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Luftfahrttechnik

Black Hole

Englisch: black hole

Eine gefährliche optische Täuschung bei Nachtanflügen mit dunklem, strukturlosem Gelände zwischen dem Flugzeug und einer hell beleuchteten Landebahn, wobei das Flugzeug den Piloten höher erscheint, als es tatsächlich ist, was einen zu frühen oder zu steilen Anflug und einen Absturz vor der Landebahn auslösen kann.

black hole: tödliche Tiefenwahrnehmungsfalle bei dunklen Anflügen

Ein black hole tritt bei nächtlichen Instrumentenanflügen auf, wenn das Gelände zwischen Flugzeug und Landebahn unbeleuchtet und strukturlos ist, während die Landebahn selbst hell ausgeleuchtet ist. Der Kontrast täuscht Piloten hinsichtlich ihrer Flughöhe und des Abstiegswinkels. Der dunkle Boden scheint unendlich nach unten zu fallen und erzeugt ein Vakuum bei den Sichtmerkzeichen, das das Gehirn mit falschen Höheneindrücken füllt. Der Pilot nimmt das Flugzeug als höher wahr, als es tatsächlich ist, und geht steiler oder früher ab, als der Gleitpfad vorgibt. Das Risiko eines Aufschlags vor der Landebahn entsteht.

Das Phänomen ist rein visuell und betrifft Besatzungen, die sich auf externe Sichtzeichen in der Endanflugphase verlassen. Es ist am gefährlichsten in Gebieten mit schwacher Bodenbeleuchtung wie Anflügen über Wasser, Wüste oder dünn besiedelte Gegenden. Anflüge auf Flugplätze, die von dunkler Landschaft oder Bergen umgeben sind, zeigen klassische black hole-Bedingungen. Moderne Landebahnbeleuchtungssysteme, besonders Anfluglichtsysteme (ALS) und Landebahnrandlichter, verringern die Täuschung durch Sichttiefenmarken. Der Effekt hält jedoch auch auf gut ausgeleuchteten Flugplätzen an, wenn die Geländebeleuchtung fehlt.

Unfallmechanismus und Branchenreaktion

Black hole-Unfälle entstehen durch kontrollierte Fluglage in Gelände (CFIT) während ansonsten normaler Anflüge. Die Besatzung erhält keine Warnung, weil Fluggeschwindigkeit, Abstiegsgeschwindigkeit und Flugzeuglage alle in akzeptablen Bereichen liegen können. Unfälle traten regelmäßig genug auf, dass Behörden und Hersteller Gegenmaßnahmen einbauten: Präzisions-Anflugweganzeiger (PAPI) und visuelle Gleitpfadanzeiger liefern objektive Höhenreferenz unabhängig vom Geländekontrast. Terrain Awareness Warning Systems (TAWS) und moderne Bodenannäherungswarngeräte (GPWS) warnen Piloten vor überhöhten Abstiegsgeschwindigkeiten oder Nähe zum Gelände und bieten eine letzte Schutzschicht, wenn visuelle Täuschung sonst die Entscheidungsfindung dominieren könnte.

Pilotenschulung behandelt black hole-Täuschungen jetzt ausdrücklich in Verfahren für nächtliche Anflüge. Das Gegenmittel ist Disziplin: Bezug zu Instrumenten statt zu Außensichtzeichen halten, wenn die Geländebeleuchtung schlecht ist, und die Führung durch Gleitpfadanzeiger, Anflugpfadanzeiger und Abstiegsgeschwindigkeitsparameter akzeptieren statt auf Gefühl zu verlassen. Besatzungen werden geschult, die Bedingungen zu erkennen, die black holes erzeugen, und die Instrumentenüberwachung entsprechend zu verschärfen.

Der Begriff kam in den 1970er und 1980er Jahren aus Studien zu räumlichen Desorientiertungsunfällen in die Flugverkehrsterminologie. Er wird manchmal black hole effect oder black hole syndrome genannt und stellt eine Untergruppe von visuellen Täuschungen dar, denen Piloten nachts begegnen. Anders als die meisten optischen Täuschungen, die nur nerven oder irreführen, ist die black hole-Täuschung direkt tödlich, wenn sie nicht korrigiert wird, weil sie das Flugzeug zum Boden hin treibt.

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