Blow-by
Englisch: blow-by
In einem Verbrennungsmotor: verbrannte oder unverbrannte Gase, die an den (verschlissenen) Kolbenringen vorbei aus dem Zylinder in das Kurbelgehäuse entweichen.
Blow-by: Verbrennungsgase, die an Kolbenringen vorbei austreten
Blow-by tritt auf, wenn hochdruckgase aus dem Verbrennungsraum während der Arbeits- und Kompressionshübe an den Kolbenringen vorbei nach unten ins Kurbelgehäuse austreten. Dieses Leck ist kein konstruktives Merkmal, sondern die Folge von Verschleiß. Mit zunehmendem Alter der Kolbenringe werden deren Dichtflächen rund und bekommen Spiel, wodurch Gase vorbeigleiten können. In einem neuen Motor ist Blow-by minimal, typischerweise 0,5 bis 2 Prozent des Luftansaugvolumens bei Leerlauf. Nach 160.000 km kann es in einem verschlissenen Motor über 5 Prozent übersteigen.
Die Gase, die vorbeigehen, sind ein Gemisch aus unverbranntem Kraftstoff, Verbrennungsprodukten (hauptsächlich Kohlendioxid und Wasserdampf) und Ruß. Dieses Gemisch drückt das Kurbelgehäuse auf, erzeugt einen Gegendruck, der Öl an Dichtungen und Dichtflächen vorbeizwingt und Lecks verursacht. Der Wasserdampf kondensiert an kalten Zylinderwänden und vermischt sich mit Öl, wodurch ein milchiger Schlamm entsteht, der die Ölqualität verschlechtert und Kanäle verstopft.
Erkennung und Folgen
Mechaniker erkennen übermäßiges Blow-by durch Messung des Kurbelgehäusedrucks oder durch Beobachtung von Öldampf, der aus dem Kurbelgehäusebelüftungssystem austritt. Eine einfache Kontrolle vor Ort besteht darin, beim Leerlauf ein Tuch über das Messstabrohr zu halten; starker Gasstrom deutet auf starkes Blow-by hin. Hohes Blow-by erhöht den Kraftstoffverbrauch, senkt die Leistung und zwingt das Belüftungssystem, stärker zu arbeiten, um den Überdruck abzubauen.
Der Begriff selbst stammt von der Aktion: Gase blasen an den Ringen vorbei und am Kolben hinein ins Kurbelgehäuse. Blow-by ist unvermeidlich bei Kolbenringen, die durch Federkraft Kontakt halten, anstatt eine luftdichte Abdichtung zu bilden. Ring-Blow-by nimmt zu, wenn Motoren bei niedriger Last laufen, wenn die Zylindertemperaturen sinken und die Ringspannung schwächer wird, oder wenn Kraftstoff das Öl verdünnt und dessen Viskosität auf den Ringflächen senkt.
Ringverschleiß beschleunigt sich in Motoren, die kurze, kalte Fahrten machen ohne Volllasttemperatur zu erreichen, in Fahrzeugen mit großen Ölwechselintervallen, oder in Motoren, die mit stark ethanolhaltigen Kraftstoffen laufen. Dieselmotoren, die bei höheren Spitzendrücken arbeiten, erleben typischerweise mehr Blow-by als Benzinmotoren gleichen Alters.