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Industrieelektronik

Blu-ray Disc

Ein optisches Speichermedium für Daten und Video mit den gleichen physikalischen Abmessungen wie eine CD oder DVD, jedoch mit größerer Speicherkapazität.

Blu-ray Disc: 405-nm-Laser-Speicher, der HD DVD überdauerte

Eine Blu-ray Disc ist ein optisches Speichermedium, das Daten mit einem blauvioletten Laser mit einer Wellenlänge von 405 Nanometern liest und schreibt. Diese kürzere Wellenlänge ermöglicht engere Datenpits als die roten Laser (650 nm) auf DVDs, wodurch einschichtige Discs 25 Gigabyte und zweischichtige Discs 50 Gigabyte speichern können. Der physikalische Formfaktor bleibt bei 120 mm Durchmesser und 1,2 mm Dicke gleich wie bei DVD und CD, aber die Datenspur-Abstände liegen bei 0,32 Mikrometer statt 1,6 Mikrometer auf einer DVD.

In der Industrie wird Blu-ray vor allem für Archivierung und Mastering-Arbeiten bevorzugt. Filmstudios nutzen sie für Zwischenspeicherung während der Postproduktion, da die hohe Dichte den physikalischen Lagerbedarf senkt. Rundfunkanstalt und medizinische Bildgebungszentren setzen auf Blu-ray für Langzeitsicherung unkomprimierter oder schwach komprimierter Videos. Das Format unterstützt BDAV (Blu-ray Disc Audio-Video) für Consumer-Inhalte und BDROM (Blu-ray Disc Read-Only Media) für gepresste kommerzielle Releases, wobei beschreibbare Varianten BD-R und BD-RE für professionelle und Rechenzentrum-Anwendungen existieren.

Technische Einschränkungen und Ausfallmodi

Blu-ray-Laufwerke benötigen Objektivlinsen mit höheren numerischen Aperturen (0,85 NA) als DVD-Laufwerke (0,65 NA), was den Lesekopf empfindlicher für Disc-Verformungen und Staubverunreinigungen macht. Die Polycarbonat-Substratdicke ist kritisch: Abweichungen von mehr als 0,1 mm über die Disc können Lesefehler verursachen. Der blaue Laser selbst erzeugt mehr Wärme als rote Laser, und das Schreiben bei maximaler Geschwindigkeit erzeugt thermische Belastung, die die organischen Farbstoffe in beschreibbaren Medien degradieren kann. Gepresste Blu-ray-Discs sind widerstandsfähiger; beschreibbare Varianten zeigen typischerweise nach 10 bis 15 Jahren erhebliche Datendegradation, abhängig von Lagerbedingungen und verwendeter Schreibgeschwindigkeit.

Das Format zersplitterte während seines kommerziellen Lebens. Blu-ray-Filme sind in mehreren codierten Varianten erhältlich: MPEG-2, H.264 und HEVC, was erfordert, dass Player mehrere Decoder unterstützen. DRM (Dynamic Copy Protection) in kommerziellen Releases verursacht Kompatibilitätsprobleme beim Übertragen von Inhalten zwischen Systemen. Industrieanlagen umgehen kommerzielle Discs häufig komplett und nutzen blanke BD-R-Medien mit eigener Codierung, vermeiden Lizenzierungsbeschränkungen, verlieren aber die Dauerhaftigkeitsvorteile der gepressten Herstellung.

Blu-ray nimmt eine schrumpfende Nische ein. LTO-Kassetten (Linear Tape-Open) sind zum dominierenden Archivierungsmedium in professionellen Umgebungen geworden, da sie höhere Kapazitäten, schnelleren sequenziellen Zugriff und niedrigere Kosten pro Terabyte bieten. Blu-ray wird vor allem dort eingesetzt, wo schneller Direktzugriff oder physikalische Portabilität wichtiger ist als Kosten pro Einheit, und wo vorhandene Infrastruktur das Format bereits unterstützt.

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