Blaufleckigkeit
Englisch: blue stain
Eine blaugraue Verfärbung des Splintholzes, verursacht durch Schimmelbefall.
Blaufleckigkeit: pilzliche Verfärbung in frisch gefälltem Holz
Blaufleckigkeit ist eine blaue oder graubraune Verfärbung, die im Splintholz von frisch gefällten Stämmen und frisch gesägtem Holz auftritt und durch das Wachstum von pigmentierten Pilzen in den Holzzellen verursacht wird. Die Verfärbung dringt nur wenige Millimeter in die Oberfläche ein und schwächt das Holz selbst nicht wesentlich, macht das betroffene Holz aber für die meisten Verwendungen unbrauchbar, bei denen das Aussehen von Bedeutung ist. Die verantwortlichen Pilze sind keine Fäulniserreger; sie zerstören nicht die Strukturkomponenten des Holzes, verbrauchen aber die im Splintholz vorhandenen Zucker und Stärken.
Blaufleckigkeit wird innerhalb von Tagen bis Wochen nach dem Fällen sichtbar, je nach Holzfeuchte, Temperatur und Luftfeuchte. Sie breitet sich am schnellsten bei Temperaturen über 15 Grad Celsius und relativer Luftfeuchte über 80 Prozent aus. Die Pilze gedeihen in Gegenwart von freiem Wasser auf der Holzoberfläche und im Splintholz selbst. Weichhölzer, besonders Kiefer, Fichte und Tanne, sind am stärksten gefährdet, da ihr Splintholz breiter und nährstoffreicher ist als das von Laubhölzern. Fregelagerte Stämme bei feuchtem Wetter oder Holz in schlecht belüfteten Stapeln laufen am höchsten Risiko.
Vorbeugung und Maßnahmen
Die Bekämpfung beruht darauf, die Feuchte zu reduzieren und die Belüftung zu fördern. Frischholzstämme können unmittelbar nach dem Fällen mit fungiziden Beschichtungen aus zugelassenen Holzschutzmitteln besprüht werden, typischerweise kupferbasierte Verbindungen oder chlorierte Phenole. Frisch gesägtes Holz muss schnell im Trockenkammer oder an der Luft getrocknet werden; eine Verlangsamung der Trocknung vergrößert das Fenster für die Pilzbesiedlung. Auch das schnelle Entrinnen von Stämmen reduziert das Risiko, da Pilze häufig durch Rindenverletzungen und an der Kontaktstelle zwischen Rinde und Splintholz eindringen.
Die Verfärbung ist in Tragholzanwendungen rein optisch unbedenklich, und das Trocknen in der Kammer stoppt das weitere Pilzwachstum. Viele Käufer, besonders in Exportmärkten und bei höherwertigeren Produkten, lehnen verfärbtes Holz jedoch pauschal ab. Die wirtschaftlichen Kosten entstehen nicht durch Festigkeitsverluste, sondern durch Herabstufung, Ablehnung oder die Kosten für fungizide Behandlung und schnelle Trocknung. Aus diesem Grund bleibt die Vermeidung von Blaufleckigkeit eine Standardpraxis in Sägewerken, obwohl der Fehler nur oberflächlich ist.