Freilandbrand-Brennen
Englisch: bonfiring
Das Abbrennen von Keramik mit offener Flamme.
Bonfeuerbrand: Keramikbrand im offenen Feuer ohne Ofen
Bonfeuerbrand ist das Verfahren, bei dem Tongefäße im offenen Feuer statt im Keramikofen gebrannt werden. Die Keramik wird zwischen brennbaren Materialien gestapelt, Holz oder anderer Brennstoff wird rundherum und darüber geschichtet, und die gesamte Masse wird gezündet. Das Feuer brennt frei in die Atmosphäre und erreicht je nach Brennstoffart, Luftzirkulation und Stapeldichte typischerweise Temperaturen zwischen 900 und 1200 Grad Celsius. Dieses Verfahren erzeugt funktionale Waren und Zierteile, doch die Ergebnisse sind weniger vorhersehbar und allgemein niedriger gebrannt als Ofenkeramik.
Der Prozess erfordert sorgfältige Anordnung der Ladung. Töpfe werden in Schichten positioniert und durch Brennstoff getrennt, sodass Flammen und heiße Gase alle Oberflächen umströmen. Sägespäne, Holzschnitzel, Stroh oder Dung können neben Holzscheiten verwendet werden, um die Brenngeschwindigkeit und den Temperaturgradienten zu steuern. Das Feuer muss mehrere Stunden lang brennen. Nach dem Anzünden ist kaum noch aktive Kontrolle möglich; der Erfolg hängt von der Ladenvorbereitung, der Brennstofffeuchte, den Wetterbedingungen und der Erfahrung des Arbeiters ab.
Die Ergebnisse sind sehr unterschiedlich. Unkontrollierte Oxidation erzeugt rote und hellbraune Waren. Lokale Reduktion (Sauerstoffmangel in Brandflecken) kann graue oder schwarze Oberflächen schaffen. Asche, die während des Brandes auf Töpfe fällt, hinterlässt natürliche Glasur und Oberflächenstruktur. Einige Töpfer nutzen diese Unvorhersehbarkeit als gestalterisches Merkmal; andere sehen darin eine Einschränkung. Stücke können porös oder brüchig werden, wenn das Feuer zu schnell oder ungleichmäßig erkaltet.
Bonfeuerbrand bleibt in handwerklichen Keramiktradionen und archäologischen Rekonstruktionen verbreitet. Es erfordert minimale Infrastruktur und keinen Brennstoff über das hinaus, was ein Ort liefern kann. Das Verfahren wird auch für den niedrig gebrannten Schrühbrand von ungebranntem Ton vor Hochbrandofenarbeit genutzt, doch diese Anwendung ist in der industriellen Keramik seltener. Die Großproduktion von Keramik hat offene Brandmethoden vor Jahrhunderten zugunsten von Auf- und Abzugsöfen aufgegeben, die Wiederholbarkeit und Wirtschaftlichkeit bieten.
Der Begriff selbst bewahrt älteres Vokabular: das Wort "bonfire" stammt von "bone-fire" ab und bezieht sich auf Feuer, die Knochen oder andere Altbrennstoffe verbrannten. In der Keramik hat Bonfeuerbrand heute keine solche technische Bedeutung, doch der Name spiegelt seine Wurzeln in Zweckmäßigkeit statt Spezialisierung wider. Er bleibt ein Kennzeichen niedrig technisierter Brandpraxis, am meisten geschätzt dort, wo Kontrolle weniger wichtig ist als Zugänglichkeit.