Bergungskran
Englisch: breakdown crane
Kran, der bei Unfällen und Entgleisungen sowie für Instandhaltungsarbeiten an der Eisenbahn eingesetzt wird; der Kran ist üblicherweise an ein anderes Fahrzeug gekoppelt, auf dem der Ausleger während der Fahrt oder bei Nichtbenutzung abgestützt wird.
Bergungskran: mobiles Schwerlasthebezeug der Eisenbahn
Ein Bergungskran ist ein selbstfahrender Eisenbahnkran, der auf einem Schienenfahrzeug montiert ist und zum Bergung entgleister Fahrzeuge, zum Abtransport von Unfalltrümmern und zum Schwerlastheben bei Gleisbauarbeiten dient. Im Gegensatz zu ortsfesten Kränen fährt er auf Schienen als Teil des Zuges mit und wird am Einsatzort eingesetzt. Er ist daher eine unverzichtbare Ausrüstung für jeden Eisenbahnbetreiber, der Hauptstrecken oder Nebenbahnen unterhält.
Der Kran besteht aus einem Hebeausleger, der auf einem Drehgestell montiert ist und je nach Eisenbahnnetz und historischem Entwurf zwischen 30 und 200 Tonnen Tragfähigkeit hat. Der Ausleger selbst ist oft abnehmbar oder kann während der Fahrt auf einen separaten Abstützwagen, genannt Bolster oder Tender, abgesenkt werden, um dynamische Lasten zu reduzieren und den Schwerpunkt des Krans niedrig zu halten. Am Einsatzort werden Ausfahrspreizer oder Hubstützen den Kran gegen das Gleis abgestützt, bevor der Ausleger hebt. Die Laufkatze kann sich nach der Befestigung um 360 Grad drehen.
Der Betrieb erfordert geschultes Personal: einen zertifizierten Kranbediener, einen Signalwagenführer und Gleisstromkreisbedienstete zur Freischaltung der Stromversorgung und zur Verhinderung weiterer Zugfahrten im Unfallbereich. Der Kran wird normalerweise in dafür vorgesehenen Abstellplätzen an Hauptstrecken stationiert, positioniert so, dass er die belebtesten Abschnitte innerhalb einer festgelegten Einsatzzeit erreicht. Bei größeren Unfällen kann der Bergungskran zusammen mit einem zweiten Kran arbeiten, um schwere Fahrzeuge oder Lokomotiven gemeinsam zu heben.
Varianten und Antriebsarten
Frühe Bergungskräne waren Dampflokomotiven; moderne Versionen nutzen Diesel-Hydraulik oder Elektromotoren, die über eine Oberleitung oder einen bordeigenen Generator versorgt werden. Kleinere Regionalnetze setzen teilweise noch Dampfkräne aus früheren Zeiten ein, da ihre mechanische Einfachheit sich für entlegene Standorte eignet. Die Auslegerlänge, Tragfähigkeit und Antriebsanlage unterscheiden sich je nach Eisenbahn; britische Heritage-Bahnen betreiben oft 45-Tonnen-Einheiten aus den 1950er Jahren, während kontinentale Netze schwerere Maschinen standardisierten. Manche Entwürfe erlauben es, den Ausleger vollständig abzukoppeln und ihn auf dem Bolster-Wagen im Depot zu lassen, um die Verschleißbelastung der Schieneninfrastruktur zu verringern.
Entgleisungen, Gleisbruch und Fahrzeugbrände erfordern schnelle Einsatzbereitschaft, daher verbringt der Bergungskran den Großteil seines Lebens in Bereitschaft statt in aktiver Nutzung. Instandhaltungsteams prüfen regelmäßig Hydraulikleitungen, Bremsen und elektrische Systeme. Der Begriff selbst spiegelt Eisenbahntraditionen wider: "Bergung" bezieht sich auf den plötzlichen Ausfall oder Unfall, der eine Rettung erfordert, nicht auf einen Fehler des Krans selbst.