Bti
Bacillus thuringiensis israelensis, ein Bakterienstamm zur biologischen Bekämpfung bestimmter Insekten.
Bti: Mücken- und Mückentöter, der im Wasser lebt
Bti ist ein natürlich vorkommendes Bodenbakterium, Bacillus thuringiensis subspecies israelensis, das Kristallproteine erzeugt, die für Larven von Mücken, Kriebelmücken und einigen Zuckmücken giftig sind. Im Gegensatz zu chemischen Insektiziden wirkt es nur auf Zweiflügler-Larven in wässrigen oder halbwässrigen Lebensräumen; es hat keine Wirkung auf andere Insekten, Säugetiere oder Fische. Das Bakterium wird in Gewässer eingebracht, wo die Larven das Gift aufnehmen und innerhalb von Stunden oder Tagen eingehen.
Das Handelsprodukt ist als benetztes Pulver, Granulat oder Flüssigkonzentrat mit Sporen und kristallinen Einschlüssen erhältlich. Formulierungen werden unter verschiedenen Markennamen verkauft und enthalten normalerweise zwischen 1.200 und 3.000 ITU (International Toxin Units) pro Milligramm. Die Aufwandmengen hängen von der Wassertiefe, der Larvendichte und der Produktwirksamkeit ab, liegen aber normalerweise im Bereich von 0,5 bis 2 Kilogramm pro Hektar Wasseroberfläche oder 1 bis 5 Pints pro Acre in den USA.
Bti wird schnell durch Sonnenlicht abgebaut und ist biologisch abbaubar; es hinterlässt nach sieben bis zehn Tagen normaler Lichteinstrahlung keine Rückstände. Dieser schnelle Abbau bedeutet, dass wiederholte Anwendungen während der Brutzeit notwendig sind, wenn Larven kontinuierlich vorhanden sind. Das Bakterium muss die Larven während der Fütterung kontaktieren, da das Gift ein Magengift ist und die Kutikula nicht durchdringt. Es ist am wirksamsten gegen frühe und mittlere Larveninstare als gegen Puppen.
Praktische Anwendung und Grenzen
Bti ist Standard in Mückenkontrollprogrammen für stehende Gewässer wie Rückhaltebecken, Auffangbecken, Gräben und konstruierte Feuchtgebiete. Es wird auch in Abwasserbehandlungs-Klärbecken und in Ziergewässern eingesetzt. Seine Spezifität macht es wertvoll, wenn Nicht-Zielorganismen geschützt werden müssen. Allerdings benötigt es eine Wassertemperatur über 15 Grad Celsius, um zuverlässig zu wirken, und die Wirksamkeit sinkt bei kühleren Bedingungen oder in trübem Wasser, das die Larven vor den Sporen abschirmt.
Die Hauptbeschränkung sind Kosten und Arbeitseinsatz: Wiederholte Anwendungen über eine Saison sind teurer als ein einzelnes Breitspektrum-Chemikalienspritzen, und der Zugang zu den Gewässern muss praktikabel sein. Eine Resistenzentwicklung ist in Feldpopulationen nicht dokumentiert, und Bti ist in den meisten Ländern für den ökologischen Landbau zugelassen. Es wird häufig mit anderen biologischen Bekämpfungsmitteln wie Copepoden oder Oberflächenfilmen kombiniert oder als Komponente der integrierten Mückenkontrolle anstelle einer alleinigen Kontrollmethode eingesetzt.