Bitumendachbelag
Englisch: built-up roof
Eine durchgehende, halbflexible Dachdeckschicht, bestehend aus mehreren Lagen gesättigter oder beschichteter Filze, Gewebe oder Matten, die vor Ort mit abwechselnden Bitumenschichten verlegt und mit Mineralkörnern, Bitumenstoffen, einer flüssig aufgetragenen Beschichtung oder einer körnerbeschichteten Deckschicht abgedeckt werden.
Bitumendachbelag: geschichtete Bitumenmembran für Flachdächer
Ein Bitumendachbelag ist ein Flachdach- oder flachgeneigtes Dachsystem, das durch das Aufkleben mehrerer Bitumen- und Gewebeschichten direkt auf die Schalung und aufeinander entsteht. Der Dachdecker trägt heißes Bitumen (Asphalt oder Steinkohleteer) zwischen Lagen von Filz, Glasfaservlies oder Polyesterstoff auf und baut die Membran vor Ort auf, statt ein einzelnes Blatt abzurollen. Jede Lage erhöht die Festigkeit und Ausfallsicherheit; wenn eine Schicht reißt oder durchstochen wird, halten die anderen das Wasser ab. Die Oberfläche ist entweder mit Mineralgestein (Kies oder Hochofenschlacke) für UV-Schutz und Verschleißfestigkeit besetzt oder bleibt glatt unter einem reflektierenden Anstrich.
Bitumendachbeläge bestehen in der Regel aus drei bis fünf Lagen, je nach Klima und Bauordnungsanforderungen. Eine übliche Konstruktion besteht aus zwei oder drei Lagen getränktem Filz oder Glasfaservlies, gefolgt von einer Deckschicht (ein dickeres, mit Granulat besetztes Blatt), die als abschließende Witterungsschutzschicht aufgeklebt wird. Das Bitumen, das im Kessel auf 400 bis 500 Grad Fahrenheit erhitzt wird, verschmilzt die Lagen miteinander und versiegelt die Nähte. Das Mineralgestein wird in den finalen Bitumenflutanstrich geworfen, während dieser noch weich ist, und dann gewalzt oder gestampft. Dies erzeugt eine monolithische Membran ohne fehlerhafte Nähte und echte thermische Masse, die die Gebäudetemperatur reguliert.
Der hauptsächliche Ausfallmodus ist Krokodilrissbildung oder Krakelierwirkung: Die Bitumenoberfläche reißt mit zunehmendem Alter in kleine Polygone auf und wird unter UV-Belastung und Wärmecycling spröde. Wasser dringt durch diese Risse ein und verteilt sich dann seitlich unter der Membran, wo es nicht verdunsten kann. Durchstöße durch Fußverkehr oder Schutt sind auch auf Dächern ohne Schutzschicht verbreitet. Die dichte Mineraloberfläche schützt zwar, bringt aber erhebliche Eigenlasten mit sich: Ein dreischichtiger Bitumendachbelag wiegt etwa 8 bis 10 Pfund pro Quadratfuß. Das spielt in Erdbebengebieten und älteren Bauten mit begrenzter Tragfähigkeit eine Rolle.
Der Begriff "Bitumendachbelag" unterscheidet dieses System von Einlagen-Membranen (EPDM, TPO), die in großen Blättern verlegt werden. Bitumendachbeläge beherrschten das kommerzielle Flachdachgeschäft von den 1940er Jahren bis in die 1990er Jahre und sind auf älteren Gebäuden noch häufig anzutreffen. Sie zeichnen sich durch Selbstheilung aus: kleine Durchstöße versiegeln sich oft selbst, wenn Bitumen bei Sommerwärme leicht fließt. Die Installation ist arbeitsintensiv, erfordert aber keine speziellen Werkzeuge; jeder qualifizierte Dachdecker mit Mop und heißem Kessel kann die Arbeit vor Ort ausführen. Das System verträgt Unebenheiten der Oberfläche und komplexe Details wie Brüstungen und Durchdringungen gut.
Heute konkurrieren Bitumendachbeläge mit mechanisch befestigten oder vollflächig geklebten Einlagen-Systemen, die schneller zu verlegen und leichter sind. Allerdings bleibt der Bitumendachbelag die Wahl für hochbelastete Dächer, Dächer mit extremen Temperaturschwankungen und wo die vorhandene Dachschalung uneben ist. Steinkohleteer-Bitumendachbeläge (CTP), in kalten Klimazonen verbreitet, widerstehen UV-Schäden besser als asphaltbasierte Systeme, sind aber schwieriger zu reparieren. Asphalt-Bitumendachbelag ist in gemäßigten Regionen häufiger. Die Lebensdauer von 20 bis 30 Jahren für ein gut gewartetes System ist wettbewerbsfähig, allerdings erfordert die Dachbahn selbst typischerweise um Jahr 15 umfangreiche Wartung oder einen Anstrich.