Pultdach
Englisch: shed roof
Ein Dach mit nur einer geneigten Fläche ohne Walm, Grat oder Kehlen.
Pultdach: die einfachste Ausführung mit einer Dachfläche
Ein Pultdach ist eine einzelne Dachfläche aus Dacheindeckungsmaterial, die in einem Winkel zwischen etwa 15 und 45 Grad geneigt ist, ohne First, Hüfte, Kehle oder andere Unterbrechungen auf der Oberfläche. Es fällt von einer höheren Wand oder einem Träger auf einer Seite zu einer niedrigeren Wand auf der gegenüberliegenden Seite ab. Der Begriff stammt direkt von Wirtschaftsgebäuden: die Leichtdächer, die gegen größere Bauwerke gebaut wurden, wo eine einzelne geneigte Fläche sowohl die billigste Lösung als auch für leicht genutzte Räume ausreichend war.
Das charakteristische Merkmal ist die konstruktive Einfachheit. Anders als bei einem Satteldach (das zwei an einem First aufeinander treffende Flächen hat) oder einem Walmdach (das Flächen auf allen vier Seiten hat), benötigt ein Pultdach nur einen durchgehenden Lastweg von der hohen zur niedrigen Seite. Das bedeutet weniger Konstruktionselemente, einfachere Sparrenausbildung und niedrigere Materialkosten. Ein typisches Pultdach im Wohnungsbau könnte eine Neigung von 4:12 haben (4 Zoll vertikaler Höhenunterschied pro 12 Zoll horizontaler Entfernung), wobei in Regionen mit hohem Niederschlag oder Schneefall steilere Neigungen verwendet werden und in trockenen Klimazonen flachere Neigungen.
Im Wohnungsbau tritt das Pultdach am häufigsten bei Anbauten, Erweiterungen und Nebengebäuden auf. Die moderne Architektur hat Pultdächer zunehmend auch für ganze Wohnhäuser übernommen, besonders in zeitgenössischen und minimalistischen Entwürfen. Die freiliegende Niedrigseite schafft einen visuellen Schwung statt der unterbrochenen Sichtlinie eines Giebels. Bei Industrie- und Gewerbebauten sind Pultdächer häufig auf eingeschossigen Lagerhallen und Fabriken anzutreffen, wo die Hochseite an einer Wand sitzt, die die Strukturlast tragen kann.
Wasserableitung und Expositionsrisiken
Wasser fließt nur in eine Richtung, was die Entwässerungsgestaltung vereinfacht, aber den Wasserabfluss an der Tiefseite konzentriert. Wenn die Neigung zu flach ist, entstehen Risiken durch Staunässe und Eisdämme. Die Hochwand ist dem vollen Winddruck und Witterungseinfluss ausgesetzt, was Regen unter die Traufkante treiben kann, wenn diese nicht fachgerecht ausgebildet ist. Die Tiefwand hat minimale Witterungsexposition, aber die Übergangsstelle zwischen Dach und Wand muss sorgfältig gedichtet werden, um zu verhindern, dass Wasser die Hochwand herunterläuft und in die Konstruktion eindringt.
Pultdächer werden manchmal mit Monopitchdächern verwechselt, obwohl die Begriffe in der Praxis gleichbedeutend sind. Die Ausführung mit einer geneigten Fläche tauscht architektonische Symmetrie und gleichmäßige Raumhöhen gegen Wirtschaftlichkeit und konstruktive Stringenz ein. Bei einem gegebenen Gebäudegrundriss schließt ein Pultdach weniger Volumen ein als ein Satteldach, was für Dachgeschossfläche ein Nachteil sein kann, aber für Heiz- und Kühllasten in passiven Solaranlagen ein Vorteil ist. Die Konstruktion muss die volle Spannweite von der Hochseite zur Tiefseite ohne einen Zwischenfirst, der die Last teilt, aufnehmen können.