Schmalspur
Englisch: narrow gauge
Eine Spurweite kleiner als die Normalspur; solche Gleise; eine Eisenbahn, die diese verwendet.
Schmalspur: Schienenstelle enger als das Standardmaß 4 Fuß 8,5 Zoll
Schmalspur bezeichnet jede Eisenbahnstrecke, bei der der Abstand zwischen den inneren Kanten der Schienen kleiner als 4 Fuß 8,5 Zoll (1435 mm) ist; das ist das Standardmaß, das in Nordamerika, Europa und Australien verwendet wird. Die gebräuchlichsten Schmalspur-Abstände im Industriebetrieb sind 3 Fuß (914 mm), 2 Fuß 6 Zoll (762 mm) und Meter-Normalspur (1000 mm). Eine Schmalspurbahn ist ein vollständiges System: Loks, Rollmaterial und Infrastruktur sind alle auf die geringere Spurweite abgestimmt.
Schmalspur entstand im 19. und 20. Jahrhundert, weil der Bau und Betrieb weniger kostete als Normalspurbahnen. Leichtere Schienen, kleinere Erdarbeiten und engere Kurven senkten die Investitionskosten und den Unterhaltsaufwand. Das machte Schmalspur praktisch für Nebenstrecken, Bergbauunternehmen, Plantagenbahnen und bergiges Gelände, wo Normalspur wirtschaftlich nicht tragbar gewesen wäre. In Industriebetrieben bedient Schmalspur heute noch Steinbrüche, Forstwirtschaft und abgelegene Standorte, wo das Transportaufkommen eine Normalspurinvestition nicht rechtfertigt.
Varianten und Einsatzgebiete
3-Fuß-Spur war in der amerikanischen Südstaaten und Teilen Indiens verbreitet. 2-Fuß-6-Zoll-Spur war in Neuseeland, Australien und Südafrika bevorzugt. Meter-Normalspur wurde zur Standardausführung in vielen Teilen Kontinentaleuropas, Lateinamerikas und Indiens neben breiteren Normalspurnetzen. Industriebetriebe wählten oft nach örtlicher Verfügbarkeit von gebrauchtem Rollmaterial und Schienen statt nach technischer Optimierung. Manche Systeme mischten Spurweiten innerhalb eines Betriebs; dafür kamen Verschiebetische oder mehrspur-fähige Wagen zum Einsatz, um Güter zwischen Netzen zu befördern.
Die praktische Schwierigkeit zwischen Schmalspur und Normalspur liegt in der notwendigen Spurwechsel-Infrastruktur: Nebengeleise mit Umladestellen, Verschiebetische oder Fahrzeuge, die auf beiden Spurweiten fahren können. Dieser Aufwand lohnte sich nur, wenn das Transportaufkommen es rechtfertigte. Wo Schmalspurbahnen bis zur Gegenwart überdauert haben, sind es in der Regel Museumsbahnen, Touristenbahnen oder spezialisierte Industriesysteme wie sie in Zuckermühlen oder entlegenen Bergbaucamps zu finden sind.
Der Begriff Schmalspur ist relativ, nicht absolut. Er entstand erst, nachdem sich die Normalspur durchgesetzt hatte. Frühere Bahnen nutzten viele unterschiedliche Spurweiten; 3 Fuß nur als Schmalspur zu bezeichnen ergibt Sinn im Vergleich zu 4 Fuß 8,5 Zoll als Standardmaß. In Ländern, wo Meter-Normalspur die nationale Norm ist, würde eine 3-Fuß-Strecke technisch Schmalspur sein, doch die Unterscheidung hat vor Ort wenig praktisches Gewicht.