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Fertigung

CAD/CAM

Kombination von computergestütztem Design und computergestützter Fertigung.

CAD/CAM: digitales Design führt direkt zur Maschine

CAD/CAM ist die Integration von CAD-Software (Computer-Aided Design) mit CAM-Software (Computer-Aided Manufacturing), um ein Werkstück vom digitalen Modell zum fertigen Produkt zu bringen, ohne manuelle Zwischenschritte. Ein Konstrukteur erstellt ein 3D-Modell oder eine 2D-Zeichnung in CAD; die Datei fließt dann in CAM, das die Geometrie in Maschinenbefehle (G-Code, NC-Code oder ähnliches) umwandelt, die einen CNC-Fräser, eine Drehmaschine, einen Router oder ein anderes automatisiertes Werkzeug steuern. Der Arbeitsablauf eliminiert den Zwischenschritt der manuellen Programmierung und verringert das Risiko von Übertragungsfehlern, die bei getrenntem Design und Produktion auftreten.

Der praktische Vorteil liegt in Geschwindigkeit und Genauigkeit. Ein Fräser muss nicht mehr eine Papierzeichnung lesen, Werkzeugwege manuell einstellen und das Werkstück testlaufen lassen. In einer straffen CAD/CAM-Kette gelangen Designänderungen in Stunden statt Tagen in die Werkstatt. Toleranzakkumulationen werden früher erkannt. Für Betriebe mit hoher Vielfalt und niedrigem Volumen (kundenspezifische Halter, Prototypen, Einzelanfertigungen) verwandelt CAD/CAM das, was sonst ein langsamer und fehleranfälliger manueller Prozess wäre, in einen wiederholbaren Zyklus.

Arbeitsablauf und Integration

Die meisten modernen CAD-Pakete (SolidWorks, Fusion 360, AutoCAD, Mastercam) enthalten CAM-Module oder sind eng damit verbunden. Die CAM-Software liest die CAD-Datei (STEP, IGES, DWG) ein, und der Benutzer definiert die Schneidstrategie: welches Werkzeug, Spindeldrehzahl, Vorschub, Schnittiefe und Werkzeugbahngeometrie. Die Software simuliert dann den Schnitt, prüft auf Kollisionen und gibt Code aus, der auf die spezifische Maschine zugeschnitten ist. Einige Systeme ermöglichen Rückkopplungsschleifen, bei denen Produktionsdaten und Verschleißmerkmale des Werkzeugs die nächste Designiteration oder den nächsten Durchlauf desselben Werkstücks beeinflussen.

Häufige Reibungspunkte entstehen, wenn die CAD-Geometrie überbestimmt, unterbestimmt ist oder scharfe Innenkanten enthält, die kein echtes Werkzeug schneiden kann. CAM-Software wird diese kennzeichnen, doch die Lösung erfordert oft die Beteiligung des Konstrukteurs. Toleranz- und Oberflächengüte-Anforderungen spielen ebenfalls eine Rolle: ein CAD-Modell, das auf dem Bildschirm "gut" aussieht, kann Werkzeugbahnen und Kühlmittelstrategien erfordern, die der CAM-Bediener selbst ausarbeiten muss. Werkstoffwahl, Härte und Zerspanbarkeit verschieben die Vorschübe und die Werkzeuglebensdauer, daher ist CAM nie wirklich automatisch.

Der Begriff CAD/CAM wurde ab den 1980er und 1990er Jahren gebräuchlich, als Desktop-Computing es wirtschaftlich machbar machte, auch für kleine Maschinenbaubetriebe. Heute ist es Standard in jedem Betrieb mit CNC-Ausrüstung; der Unterschied liegt hauptsächlich darin, ob CAD und CAM eng in einem Paket zusammengefasst sind oder über neutrale Dateiformate locker gekoppelt sind. In beiden Fällen ist die Übergabe von Zeichnung zu Code heute die Norm, und Betriebe, die sich noch auf manuelle Teilprogrammierung verlassen, sind außerhalb sehr spezialisierter oder veralteter Umgebungen zunehmend selten.

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