Cannelé
Englisch: cannelé
Ein Gewebe, das so gewebt ist, dass diese Wirkung entsteht; eine Rippware.
Cannelé: Gewebe mit ausgeprägten, in eine Richtung verlaufenden Rippen
Cannelé ist ein Webstoff, bei dem schwere Kanten oder Rippen parallel über die Oberfläche laufen, üblicherweise in Schussrichtung (von Seite zu Seite). Die Rippen entstehen durch Bündelung von Schussfäden und deren Abstände, die dann von feinen Kettfäden gestützt werden, die in die Täler zwischen den Kanten einsinken. Das Ergebnis ist ein strapazierfähiger, strukturierter Stoff mit einem starken gerichteten Muster, das Licht einfängt und absichtlich geriefelt wirkt.
Cannelé gehört zur Familie der kordähnlichen Bindungen, unterscheidet sich aber von echtem Kord darin, dass die Rippen eingewebt sind und nicht durch Schneiden von Flor entstehen. Der Stoff verwendet typischerweise Baumwolle, Leinen, Wolle oder Mischungen; Industrie-Cannelé bevorzugt oft Baumwolle oder Baumwoll-Synthese-Mischungen für Haltbarkeit und pflegeleichte Verarbeitung. Die Anzahl der Rippen pro Zoll variiert je nach Verwendungszweck, von groben Stoffen (8 bis 10 Rippen pro Zoll) für Arbeitskleidung und Polstermöbel bis zu feinen Varianten (14 bis 16 Rippen pro Zoll) für Kleidung und Heimtextilien.
Bei der Herstellung wird Cannelé auf Standardwebstühlen gewebt, erfordert aber bewusste Fadenabstände und Bündelung für die Rippenstruktur. Spannungskontrolle ist entscheidend: Ungleichmäßige Spannung in den Schussgruppen führt dazu, dass die Rippen abweichen oder unregelmäßig zusammenfallen. Einige Mühlen verwenden nach dem Weben Kalandrieren (Hitze- und Druckwalzen), um den Stoff zu glätten und zu polieren, was den Schatteneffekt der Rippen vertieft und die Griffigkeit verbessert. Der Stoff schrumpft vorhersehbar, typischerweise 3 bis 5 Prozent in beide Richtungen, was bei der Ausrüstung berücksichtigt werden muss.
Häufige Probleme und Varianten
Schräglauf ist der häufigste Fehler bei der Cannelé-Herstellung: Rippen, die gerade verlaufen sollten, verlaufen stattdessen diagonal über den Stoff. Dies tritt durch Kettenspannungsungleichgewichte oder Fehlausrichtung des Webstuhls auf. Rucken, bei dem Rippen während des Webens zusammenfallen und knittern, entsteht durch zu lockere Schussfäden. Im Gegensatz dazu erstellen einige Mühlen absichtlich verschlissene oder Slub-Cannelés durch unterschiedliche Fadenstärken im Schuss, was eine bewusst ungleichmäßige Rippe für optische Effekte erzeugt.
Der Name stammt vom französischen Wort für Rille oder Kannelur. Cannelé wird seit Jahrhunderten in europäischen Mühlen hergestellt, besonders in Frankreich und Belgien. Heute ist es noch immer verbreitet in Arbeitskleidung, Polstermöbeln und legerer Herrenmode. Industrielle Käufer spezifizieren ihn nach Rippenzahl, Fadenstärke, Faserzusammensetzung und Ausrüstungstyp. Er bietet gute Haltbarkeit zu gemäßigten Kosten und widersteht Pilling besser als Flachgewebe ähnlichen Gewichts.