SpracheEnglishDeutsch
Werkstattsprache und Slang

Kesselrund

Englisch: cauldron bottom

nounWerkstattsprache und Slangobsolete, slang

Grosse, rundliche Masse in einer Kohlenfloezkluft, die Teil des Firstes einer Kohlengrubenstrasse bildet (meist versteinerte Wurzel oder Baumstumpf); gilt als Gefahrenquelle, da sie ohne Vorwarnung herabfallen kann.

Kesselbauch: der Albtraum der Bergleute in der Firste

Ein Kesselbauch ist eine gerundete, bauchige Gesteinsmasse, die in den Hangendschichten direkt über einem Kohleflöz eingebettet ist. Bergleute stoßen auf diese Strukturen in der unmittelbaren Hangendoberfläche, manchmal wölben sie sich wie eine umgestülpte Schüssel nach unten. Sie entstehen aus fossilisiertem Pflanzenmaterial, typischerweise massiven Wurzelsystemen oder Baumstümpfen aus urzeitlichen Wäldern, die sich zusammen mit der Kohle selbst verkohlt und verfestigt haben. Der Name spiegelt sowohl ihre Form als auch ihr Verhalten wider: Sie sitzen wie ein Kessel in der Firste, schwer und wackelig.

Diese Formationen sind tückisch, weil sie nicht durch die durchgehende Bindung des umgebenden Gesteins zusammenhängen. Ein Kesselbauch ist oft durch Schichten aus schwächerem Schiefer oder Tonstein vom darüber liegenden Gestein getrennt und bildet ein Dach. Das Gewicht von oben kombiniert mit der Schwäche der Tragschicht führt dazu, dass die Masse plötzlich und ohne Vorwarnung abbröckeln kann. Ein Steinfall von nur wenigen Tonnen konnte Arbeiter an der Kohlenbank unter sich töten oder verschütten. Stempel und Holzausbau direkt darunter waren die erste Verteidigungslinie, obwohl viele Brüche auftraten, bevor die systematische Schraub-Verankerung zum Standard wurde.

Erkennung und Risikomanagement

Erfahrene Bergleute lernten, die visuellen Zeichen zu erkennen: eine kuppelförmige Verfärbung in der Firste, oft dunkler als das umgebende Gestein, manchmal mit der faserigen Textur von verrottetem Holz. Die beste Praxis war, die Firste mit einer langen Stange oder Spitzhacke zu prüfen, bevor man darunter arbeitete, um lockeres Material zu erkennen. Firstbrüche, die auf Kesselbäuche zurückzuführen waren, traten besonders häufig in älteren, flach lagernden Flözen auf, wo alte Vegetation reichlicher vorhanden und die Erhaltung vollständiger war.

Der Begriff ist im aktiven Bergbau heute weitgehend veraltet, teilweise weil Kesselbäuche geologisch besser verstanden und voraus kartiert werden, und teilweise weil der Kohlebergbau in vielen Regionen zu praktisch null gesunken ist. Moderne Ausbaustützsysteme, einschließlich Kunstharzanker und Netze, haben diese spezifische Gefahr vermindert. Das Wort überlebt aber in der Bergbaugeschichte und in der Sprache von Ruheständlern und Kumpeln, besonders in britischen Kohlenrevieren, wo das Phänomen gut dokumentiert ist.

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