SpracheEnglishDeutsch
Bahntechnik

CBI

Abkürzung für computer-based interlocking, computergestützte Zugbeeinflussung.

CBI: automatische Signallogik, die mechanische Hebel ablöste

Computer-based Interlocking ist ein Eisenbahn-Signalisierungssystem, in dem ein Computer die Regeln durchsetzt, die Zugkonflikte verhindern. Anstelle von mechanischen Hebeln oder Relais-Logik liest eine SPS oder ein spezialisierter Industrie-Computer Signale von Gleiskreisen, Weichenpositionen-Sensoren und Stellwerkseingaben ein, entscheidet dann, welche Signalbilder angezeigt und welche Weichen bewegt werden. Der Computer gibt ein Freisignal nur dann, wenn die Strecke frei ist, die Weichen richtig stehen und keine Zugkonflikte entstehen.

CBI-Systeme ersetzten elektromechanische Relais-Stellwerke mit ihren Bankrücken und Verriegelungsschaltungen. Ein klassisches Relais-Stellwerk konnte ein großes Gebäude ausfüllen; eine CBI-Installation passt in einen Schrank. Der Übergang begann in den 1980er und 1990er Jahren; heute sind CBI-Systeme Standard bei Neubauten und großen Umbauten in Europa, Nordamerika und Australien. Die meisten modernen U-Bahn-Systeme, Nahverkehrsbahnen und stark belasteten Regionalstrecken fahren mit CBI.

Der Computer tastet fortlaufend alle Eingänge ab (Gleisbesetztmelder, Weichen-Endschalter, Stellwerks-Drucktasten) in Abständen von üblicherweise Zehnteln von Millisekunden. Dann führt er Logik-Code aus, der im Speicher hinterlegt ist und den alten Stellwerk-Regeln entspricht: Wenn diese Fahrtstraße angefordert wird und jener Gleisabschnitt frei ist und diese Weichen richtig stehen, dann darf dieses Signal geöffnet werden. Die Ausgänge schalten Signallampen-Stromkreise, Weichenmotor-Relais und Bahnübergangssicherungen. Sicherheitsgerichtete Auslegung ist entscheidend. Die meisten CBI-Systeme verwenden redundante Prozessoren, Watchdog-Timer und codierte Datenübertragung, sodass ein Kommunikationsausfall oder ein Prozessorfehler zum Rückfall auf Haltbegriff führt, nicht umgekehrt.

Ein großer Vorteil ist die Flexibilität. Die Signalisierungslogik kann in Software neu konfiguriert werden, wenn sich das Gleis-Layout ändert, ohne Relais-Racks neu zu verdrahten. Fernsteuerung von Signalen und Weichen wird praktikabel, weil der Computer die Kommunikation und Sicherheitsprüfung übernimmt; ein Stellwerker an einer entfernten Stelltafel kann eine Kreuzung oder ein Rangierbahnhof steuern. CBI ermöglicht auch automatische Zugsicherungssysteme und die Integration in Verkehrsmanagementsysteme, die Routenführung und Fahrplaneinhaltung optimieren.

Der Begriff CBI ist in Fachkreisen inzwischen etwas veraltet. Hersteller und Betreiber verwenden zunehmend spezifischere Bezeichnungen wie ETCS Level 1 (European Train Control System), CBTC (Communications Based Train Control) für fahrerlose Metro-Systeme oder Markennamen wie Alstom SMARTLOCK oder Siemens S700K. Allerdings wird CBI weiterhin als Sammelbegriff verwendet, besonders im Bestandsbereich oder wenn es darum geht, ältere Computer-Systeme von mikroprozesor-gestützter Signaltechnik abzugrenzen.

Mehr aus Rail equipment

Alle ansehen

Get the Word of the Day

One industrial term every day, with the trade it belongs to and why it is worth knowing. No advertising.