CDI
Abkürzung für Capacitor Discharge Ignition (Kondensatorzündung).
CDI: Transistorzündung ohne Unterbrecherkontakte oder Spulen
Eine Kondensatorzündung ist eine elektronische Zündanlage, die einen aufgeladenen Kondensator nutzt, um einen hochspannungszündfunken an der Zündkerze zu erzeugen. Anders als die klassische Unterbrecher-Kondensator-Zündung hat die CDI keine mechanischen Unterbrecherkontakte, die verschleißen oder eingestellt werden müssen. Stattdessen schaltet ein Transistor oder Thyristor die Entladung eines Kondensators durch die Primärspule, wodurch ein schneller, heißer Zündfunken entsteht, unabhängig von Motordrehzahl oder Last. Die meisten modernen Zweitakt- und Viertaktmotoren, Motorräder und Außenborder verlassen sich auf CDI statt auf Unterbrecher-Systeme.
Das Grundprinzip ist einfach: Ein Kondensator wird über einen Gleichrichter auf mehrere hundert Volt aufgeladen, versorgt durch den Generator oder die Lichtmaschine. Wenn der Kolben sich dem oberen Totpunkt nähert, sendet ein Triggersignal (normalerweise von einem Hall-Sensor, Unterbrechern oder einer magnetischen Induktionsspule) ein Schaltkommando an einen Transistor, um die Kondensatorladung in die Zündspulenprimärwicklung zu entladen. Diese schnelle Entladung induziert eine sehr hohe Spannung in der Sekundärwicklung und sendet den Zündfunken zur Kerze. Der resultierende Zündfunken ist scharf und kurz, typischerweise 1 bis 2 Millisekunden, aber intensiv genug, um den Brennstoff zuverlässig in einem breiten Drehzahlbereich zu zünden.
Vorteile und Grenzen
CDI-Systeme sind überlegen, wo die klassische Zündung an ihre Grenzen stößt. Sie benötigen keine Wartung, liefern konstante Zündfunken vom Leerlauf bis zur maximalen Drehzahl und vertragen Feuchtigkeit und Vibration besser als Unterbrecher. Sie sind günstiger herzustellen und kompakter. Die Nachteile sind real: Sie benötigen eine funktionierende Lichtmaschine oder einen Generator, um den Kondensator zu laden. Ein leerer Akku oder eine defekte Spule legen den Motor lahm. Reparaturen erfordern den Austausch der gesamten CDI-Einheit oder einzelner Module; eine Reparatur eines ausgefallenen Kondensators im Feld ist bei modernen versiegelten Einheiten nicht praktikabel. Elektromagnetische Störungen können in Umgebungen mit starkem Funkverkehr gelegentlich zu Zündaussetzern führen.
CDI-Systeme sind in Kleinmotoren wegen ihrer Kosten und Zuverlässigkeit allgegenwärtig. Kettensägen, Generatoren und Rasenmäher verwenden fast immer CDI. Motorräder, die nach den 1980er Jahren gebaut wurden, sind auf CDI oder digitale Benzineinspritzungszündung übergegangen. Marine-Außenborder wechselten zu CDI, weil das System Salzspritzer und Vibration verträgt. Sogar einige Motorsportmotoren nutzen CDI-Varianten, weil die Zündqualität der klassischen Zündung überlegen ist, obwohl Top-Motorsport oft programmierbare digitale Zündsysteme für bessere Kontrolle einsetzt.
Der Begriff "Kondensatorzündung" unterscheidet sie von anderen elektronischen Zündtypen. Einige Systeme nutzen einen Energiespeicher (den Kondensator) zum Zünden des Funkens, während andere die Zündspule selbst als Energiespeicher nutzen und sie einfach elektronisch schalten. Beide sind elektronisch, aber nur CDI nutzt einen Kondensator als primären Energiespeicher. Im Betrieb kann ein schwacher oder verbrauchter Kondensator sich langsam aufladen und zu schwerem Starten oder schwachem Zündfunken bei niedriger Drehzahl führen. Das Prüfen der Kondensatorspannung mit einem Multimeter unter Last ist der Standard-Diagnoseschritt, wenn ein CDI-Motor Zündaussetzer hat.