SpracheEnglishDeutsch
Metallurgie

gehärtet

Englisch: tempered

adjectiveMetallurgie

Metallurgisches Verfahren zur Veredelung von Metallen.

angelassen: Stahl gehärtet und dann nach Vorgabe wärmebehandelt

Anlassen ist ein kontrollierter Wärmeprozess, der auf gehärtete Stähle und andere Eisenmetalle angewendet wird, um Sprödigkeit zu verringern und Zähigkeit zu verbessern. Nach dem Abschrecken (schnelle Abkühlung von hoher Temperatur) wird gehärteter Stahl zu starr und neigt zum Brechen unter Schlag oder Stoß. Beim Anlassen wird das Metall auf eine niedrigere Temperatur erwärmt, dort für eine Zeit gehalten und dann erneut abgekühlt. Dies ermöglicht es, innere Spannungen abzubauen und erlaubt, dass sich ein Teil der harten Martensitstruktur in zäheren Gefügezuständen umwandelt, wobei eine kleine Menge Härte gegen deutlich größere Bruchsicherheit eingetauscht wird.

Die Anlasstemperatur bestimmt das Endbilanz zwischen Härte und Zähigkeit. Werkzeugstahl für Schneidkanten, Bohrer und Matrizen wird oft bei 200 bis 300 Grad Celsius angelassen, um hohe Härte zu bewahren. Federn und Konstruktionsteile nutzen häufig 400 bis 500 Grad Celsius, um Flexibilität und Stoßbeständigkeit zu erreichen. Die Farbe der Oxidschicht, die sich während des Anlassens auf der Stahloberfläche bildet und von hellem Strohgelb bis tiefem Blau reicht, leitet den Betreiber traditionell an, doch moderne Praxis verlässt sich auf Thermostate und Pyrometer. Die Dauer ist wichtig: Das Halten der Temperatur für 15 bis 60 Minuten ermöglicht es der Umwandlung, das Gleichgewicht zu erreichen.

Überanlassen, zu langes Halten oder zu hohe Temperaturen, entfernt zu viel Härte und erzeugt ein weiches, schwaches Teil, das für seinen Zweck untauglich ist. Unteranlassen lässt das Metall zu spröde, es wird im Betrieb reißen. Das richtige Anlassfenster hängt von der Legierungszusammensetzung und beabsichtigten Anwendung ab. Deshalb werden Werkzeugstähle von Herstellern, die die genauen Anforderungen für bestimmte Arbeitsklassen verstehen, bereits vorgehärtet und vorangel iefert.

Anlassen unterscheidet sich vom Glühen, das verfestigtes Metall durch Erwärmen und langsames Abkühlen ohne vorherigen Härteungsprozess erweicht. Es unterscheidet sich auch vom Spannungsglühen, einer sanfteren Wärmebehandlung, die Eigenspannungen abbaut, ohne signifikante Gefügeveränderung. Der Begriff selbst kommt vom lateinischen temperare, was mischen oder in richtige Proportion bringen bedeutet, was die Idee einfängt, Härte in richtiges Gleichgewicht mit Zähigkeit zu bringen.

Das Verfahren findet über Eisenmetalle hinaus Anwendung. Aluminium-Legierungen, Titan und einige Werkzeugstähle werden mittels ähnlicher kontrollierter Wärmeprozesse aushärtbar oder ausscheidungsgehärtet, obwohl der Mechanismus und die Temperaturen unterschiedlich sind. Im Holz- und Lederhandwerk bezieht sich angelassen auf Materialien, die mit Hitze, Öl oder Leim behandelt wurden, um ihre Verarbeitungseigenschaften zu verbessern, eine losere Verwendung des Wortes, aber verwurzelt im gleichen Prinzip der kontrollierten Modifikation für bessere Leistung.

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