Chat
Englisch: chat
Bergbauabfall aus Blei- und Zinkgruben.
Chat: Bergematerial aus Blei- und Zinkbergbau, zumeist wertlos
Chat ist das grobe Gestein aus Blei- und Zinkgruben, das beim Abbau anfällt und normalerweise in Halden neben dem Grubeneingang oder verstreut in der Umgebung gelagert wird. Es besteht aus dem tauben Nebengestein, das beim Abbau zerbrochen wird, sowie aus niedriger konzentriertem Erz, das sich wirtschaftlich nicht verarbeiten lässt. Anders als Kohlegrus oder Bergbauschutt hat Chat keinen Brennwert und keinen Markt; es ist einfach der aus Tonnen von Gesteinsschutt bezahlte Preis des Bergbaus.
Das Material richtet sich nach der Lagerstätte. Im Tri-State-Bergbaurevier (Kansas, Oklahoma, Missouri) ist Chat oft rötlich oder ockerfarben wegen der Eisenoxid-Verfärbung durch verwitterte Zink- und Bleisulfide. Die Körnung reicht von Staub bis zu Brocken, abhängig davon, wie intensiv das Erz zerbrochen wurde und ob eine Siebung stattfand. Der meiste Chat ist grob, kantig und schlecht sortiert. Dichte und Festigkeit hängen vom Nebengestein ab: Kalk-Chat ist leichter und weicher; dolomitischer Chat ist dichter und dauerhafter.
Historische Nutzung und Entsorgung
Jahrzehntelang stellte Chat ein Entsorgungsproblem dar. Frühe Bergbaubetriebe bauten einfach Chat-Halden auf, die Schwermetalle ins Grundwasser und Oberflächenwasser auslaugten. Ende des 20. Jahrhunderts fanden einige Betreiber und Auftragnehmer Sekundärnutzungen: Chat wurde zu Schotter für Eisenbahn-Schotterbetten zerkleinert, als Zuschlag für Beton oder als Füllmaterial für Straßenuntergründe verwendet. In manchen Regionen wurde es auf unbefestigte Straßen aufgebracht. Diese Anwendungen verringerten die Umwelthaftung, hoben aber nicht die historischen Halden auf, die noch heute das Bergbauland prägen.
Der Begriff ist vorwiegend nordamerikanisch und am häufigsten in den ehemaligen Blei-Zink-Gebieten der Ozarks und der Great Plains anzutreffen. Er findet sich in Bergbauberichten, Rekultivierungsplänen und Umweltgutachten, allerdings ist die Verwendung unterschiedlich; manche Betreiber verwenden den formelleren Begriff "Bergbauschutt" oder "Taubgestein". Je nach Region werden auch "Grus" oder "Haldenmaterial" verwendet, obwohl diese Begriffe in anderen Bergbaukontexten technisch unterschiedliche Bedeutungen haben.
Chat-Halden bleiben charakteristisch für aufgegebene oder geschlossene Bergbaustandorte und erschweren die Revitalisierung von Industriebrachen. Moderne Vorschriften erfordern eine Analyse des Chat auf Schwermetallgehalt, besonders Blei und Kadmium, bevor eine Wiederverwendung oder ein Transport erlaubt ist. Das Material selbst ist inert und stabil, wenn es sich gesetzt hat; die Umweltsorge liegt darin, welche gelösten Metalle es ins Sickerwasser abgeben kann.