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Bahntechnik

Führungsschiene

Englisch: check rail

Eine parallel zur Laufschiene verlegte Schiene, die Räder durch Weichen, Schienenkreuzungen und Kurven führt, um Verschleiß und Entgleisungsrisiken wie Spurklettern zu verringern.

Spurkranz-Führungsschiene: Schiene, die das Klettern des Spurkranzes verhindert

Eine Spurkranz-Führungsschiene ist ein kurzes Schienenstück, das parallel zur und leicht versetzt von der Fahrschiene angebracht wird. Sie greift in den äußeren Spurkranz eines Radsatzes ein und verhindert, dass dieser an der Fahrkantenfläche der Fahrschiene hochklettert. Sie wird an Stellen verwendet, wo Räder starke Seitenkräfte erfahren, die Entgleisungen durch Spurkranzklettern verursachen können: an Weichen, Kreuzungen und in scharfen Kurven. Die Spurkranz-Führungsschiene läuft typischerweise 1,5 bis 3 Meter und sitzt 6 bis 16 Millimeter von der Fahrschiene entfernt, abhängig von der Spurweite und der Bemessungsgeschwindigkeit.

In einer Weichenanlage führt die Spurkranz-Führungsschiene den Radsatz beim Einfahren in die Weiche und hält ihn fest an der Backenschiene (der nicht abgelenkten Schiene) oder dem Weichenzunge (der beweglichen Schiene), so dass das Rad während des Übergangs nicht nach außen klettert. An einer Kreuzung, wo zwei Fahrschienen in einem Winkel aufeinandertreffen, flankieren Spurkranz-Führungsschienen beide Zufahrten, um den Radsatz zu stabilisieren, wenn er die Spitze der Kreuzungsflugschiene passiert. In Kurven mit Radius unter 500 Metern verhindern Spurkranz-Führungsschienen an der Außenschiene, dass die Zentrifugalkraft und die Radbremsung einen Spurkranz nach oben und aus der Spur drücken.

Die Spurkranz-Führungsschiene wird mit denselben Befestigungsmitteln wie die Fahrschiene auf den Schwellen befestigt, verwendet aber oft ein niedrigeres Schienenquerschnittsprofil und leichtere Spannvorrichtungen, da sie bei normaler Fahrt keine vertikale Last trägt. Bei älteren Gleisen wurden Spurkranz-Führungsschienen als separates Teil angeschraubt; modernes Gleis nutzt zunehmend eine erhöhte Spurkranz-Führungsschiene, die integral in die Weichenzunge gegossen oder mit ihr verschweißt ist, wodurch eine separate Komponente entfällt. An scharfen Kreuzungen und engen Weichen auf stark befahrenen Strecken kann eine doppelte Spurkranz-Führungsschiene (eine auf jeder Seite der Fahrschiene) eingebaut werden, um das Seittenspiel in beide Richtungen zu kontrollieren.

Verschleiß und Schadensbilder

Eine Spurkranz-Führungsschiene verschleißt am schnellsten an der Stelle, wo sie regelmäßig mit Radsatzflanken in Kontakt kommt; die Kontaktlinie wird glänzend und poliert. Wenn der Abstand zwischen Spurkranz-Führungsschiene und Fahrschiene zu groß eingestellt ist, kann sich der Radsatz seitwärts bewegen und die Spurkranz-Führungsschiene mit Stoßbelastungen treffen, was zu Verbiegungen oder Rissen am Schienenfuß in der Nähe der Befestigungspunkte führt. Korrosion und Lockern der Befestigungsmittel ermöglichen es der Spurkranz-Führungsschiene auch, sich aus ihrer Position zu verschieben, wodurch ihre Führungswirkung sinkt und das Entgleisungsrisiko steigt. In frostgefährdeten Gebieten kann Wasser, das in der Spalte eingeschlossen ist, gefrieren und sich ausdehnen, wodurch die Spurkranz-Führungsschiene angehoben wird oder die Befestigungsmittel sich lockern.

Der Begriff "Spurkranz-Führungsschiene" leitet sich von ihrer Funktion ab, ungewollte Seitenbewegungen des Rades zu prüfen oder zu unterbinden. In der nordamerikanischen Praxis wird sie manchmal "Guard Rail" genannt, obwohl dieser Begriff auch auf Schutzschienen neben dem Gleis verweist. Die Spurkranz-Führungsschiene ist eine der ältesten passiven Sicherheitsvorrichtungen der Eisenbahninfrastruktur und grundlegend für die Zuverlässigkeit moderner Mischverkehrsnetze, in denen Geschwindigkeit und Verkehrsdichte eine positive Radführung erfordern.

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