Schienenverbindung
Englisch: rail joint
Eine Verbindungsstelle zwischen zwei Schienen in einer Eisenbahnstrecke; die Schienen werden bei nicht verschweißten Verbindungen durch Laschen verbunden.
Schienenstoß: Verbindungsstelle zwischen zwei Schienensträngen und Lastübergabe
Ein Schienenstoß ist die Verbindungsstelle, an der zwei Schienenlängen end-zu-end auf einem Eisenbahngleis aufeinandertreffen. An diesem Stoß muss die volle Last von Zugrädern und der Schiene selbst reibungslos von einem Schienenabschnitt auf den nächsten übertragen werden, ohne eine Lücke, Durchbiegung oder Spannungskonzentration zu erzeugen, die zu Entgleisung oder Bruchbildung führen könnte.
Die traditionelle Methode verwendet Laschen, auch Winkellasche oder Spleiße genannt: zwei Stahlplatten, die beidseitig des Schienenstegs angebracht sind, eine unter dem Kopf und eine unter dem Fuß. Der Bolzenabstand und die Plattendimensionen müssen zum Schienenquerschnitt passen; eine 60 kg/m Schiene benötigt andere Laschen als eine 50 kg/m Schiene. Jeder Stoß benötigt typischerweise vier Bolzen pro Seite, wobei bei schweren Anwendungen auch sechs verwendet werden. Die Bolzen werden auf einen bestimmten Wert angezogen, um sowohl das Lockern durch Vibrationen als auch Überanspannung zu vermeiden, die zu Gewindeläufern oder Schienenrissen führen könnte.
Geschweißte Stöße gegenüber bolzverbundenen Stößen
Die moderne Schienenverlegung setzt zunehmend auf geschweißte Schienenstöße, bei denen die beiden Schienenenden durch Schmelzschweißung verbunden und die Schweißraupe geschliffen wird. Dies beseitigt die Unstetigkeit, reduziert den Wartungsaufwand und verbessert den Fahrtkomfort. Geschweißte Schienen erfordern jedoch eine sorgfältige Temperaturkontrolle während der Verlegung, um Eigenspannungen zu vermeiden. Bolzverbindungen sind zwar lauter und erfordern regelmäßiges Nachziehen, bleiben aber auf älteren Strecken und dort verbreitet, wo schnelle Reparaturen nötig sind.Der bolzverbundene Stoß erzeugt ein hörbares Klack oder Klick, wenn Zugräder darüber fahren; dies ist der charakteristischste Ton klassischer Eisenbahnen. Der Stoß entsteht durch eine leichte Mulde oder einen Verschleiß, der sich in der Stoßzone ansammelt, besonders am Schienenkopf, wo der Radreifen fährt. Im Laufe der Zeit schwächen Bolzenkorrosion, Metallermüdung durch zyklische Belastung und Verschleiß der Lasche selbst den Stoß.
Ausfallarten sind Bolzenscherung, Laschenrisse, Schienenbruchbildung um die Bolzenlöcher und seitliche Verschiebung einer Schiene gegenüber der anderen. Mittlerweile werden Ultraschallprüfungen eingesetzt, um innere Mängel und Risse in der Schiene nahe des Stoßes zu erkennen, bevor sie sich ausbreiten. In Kurven und Steigungen verschärft sich der Stoßverschleiß durch erhöhte Seitenkräfte und Schlupf.
Der Schienenstoß bleibt eine schwache Stelle in der Gleisgeometrie; viele Gleismängel und Wartungseingriffe treten an oder nahe Stößen auf. Dies ist der Grund, weshalb durchgehend verschweißte Schienen, die Stöße über lange Strecken völlig eliminieren, auf Hauptstrecken zum Standard geworden sind, wo Gleisqualität und Geschwindigkeit Priorität haben.