Chicot
Englisch: chicot
Toter Baum oder totes Astwerk, das herabfallen und Verletzungen verursachen kann.
Chicot: ein abgestorbener Baum, der noch steht und fallen kann
Ein Chicot ist ein Baum oder ein stärkerer Ast, der abgestorben ist, aber noch steht und noch verwurzelt oder mit seinem Träger verbunden bleibt. Anders als ein umgestürzter Totholzstamm stellt der Chicot eine aktive Gefahr dar, weil Schwerkraft und Verfall zusammenwirken und zu unvorhersehbarem Bruch führen. Wind, Schnee- oder Eislast oder einfach Fäulnis können den Zusammenbruch jederzeit auslösen, und die Fallrichtung lässt sich vorher nicht zuverlässig vorhersagen.
Chicots entstehen natürlicherweise in Wäldern nach Feuer, Sturmschäden, Krankheiten oder Konkurrenzmangel. Ein Baum, dessen Rinde durch Wildverbiss ringelt, der vom Blitz geköpft wurde, oder der nach Durchforstung isoliert stehengelassen wurde, kann Jahre lang aufrecht bleiben, während das Splintholz nach innen fault und der Stamm hohl wird. Die äußere Schale bleibt oft intakt, auch wenn die innere Struktur bereits zerstört ist, weshalb eine visuelle Kontrolle unzuverlässig ist. Harte Äste an abgestorbenen Laubholzbäumen sind besonders gefährlich, weil sie nicht sauber brechen, sondern eher splittern und Trümmer über die Arbeitsfläche verteilen.
Erkennung und Maßnahmen
Chicots werden erkannt an fehlender Belaubung, sich ablösender Rinde, offensichtlichen Rissen entlang der Fasern oder verfärbtem Holz an größeren Astnarben. Bei Laubbäumen ist völlige Blattlosigkeit im Sommer ein sicheres Erkennungszeichen. Die Unterscheidung zwischen einem Chicot und einem unterdrückten, aber noch lebenden Unterwuchsbaum ist wichtig: Ein Chicot wird sich nicht erholen, und darauf zu warten, dass er fällt, ist keine Bewirtschaftungsstrategie.
Bei Holzerntearbeiten werden Chicots im oder nahe dem Schlagfeld vor Arbeitsbeginn behandelt. Ein mechanisches Fällen von Chicots ist vorzuziehen, aber die Fäulnis und der Strukturverlust bedeuten, dass die Schnitte mit Vorsicht gemacht werden müssen, da der Stamm an anderen Stellen als der Schnittlinie unerwartet brechen kann. In bewirtschafteten Wäldern, die unter Sicherheitsgesichtspunkten gepflegt werden, bleiben Chicots manchmal stehen, weil ihre Beseitigung ein höheres Risiko darstellt als ihre Anwesenheit; diese Entscheidung hängt von der Nähe zu Wegen und der Baumartenzusammensetzung und Dichte des Bestands ab.
Der Begriff Chicot stammt aus dem Französisch-Kanadischen und Akademischen Sprachgebrauch und wurde historisch in der Region der Großen Seen und im Nordosten verwendet. Er hat seine technische Bedeutung in der forstlichen Risikobewertung und Ernteplanung behalten und erscheint in Fällgenehmigungen und Feldnotizen von Holzaufnahmen neben Begriffen wie Dürrstänger, Hängeastkrone und verklemmter Stamm.