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Drucktechnik

Kirchenschrift

Englisch: church text

Eine hohe, schmale Form der Frakturschrift.

Kirchentext: verlängertes Blackletter für Hymnen und Bibeln

Kirchentext ist eine hohe, schmale Variante der Blackletter-Schrift, entworfen um mehr Zeichen pro Zeile unterzubringen und dabei das dichte, formale Erscheinungsbild von Blackletter zu bewahren. Es komprimiert die Zeichenbreite ohne die Mittelhöhe wesentlich zu reduzieren, sodass Setzer längere Verszeilen oder liturgische Texte in die praktischen Spaltbreiten von gedruckten Büchern passen konnten, besonders in Gesangbüchern und Bibelausgaben vom 15. bis 19. Jahrhundert.

Im Gegensatz zu Standard-Blackletter (Textura), das ungefähr quadratisch proportioniert ist, streckt Kirchentext die Buchstabenformen vertikal. Das Strichgewicht bleibt schwer und kantig, mit charakteristischen Blackletter-Merkmalen wie gebrochenen Kurven und scharfen Serifen, aber die Gesamtflächenbelegung ist höher und dünner. Das machte es wirtschaftlich für die Buchproduktion: Drucker konnten etwa 15 bis 20 Prozent mehr Text horizontal unterbringen und dabei die Lesbarkeit bewahren, ein großer Vorteil bevor Dampfpressen das Produktionsvolumen von der Spaltbreite unabhängiger machten.

Die Schrift erschien am häufigsten in Andachts- und kirchlichen Drucken ab etwa dem 16. Jahrhundert, besonders bei deutschen, englischen und skandinavischen Druckereien. Sie wurde bevorzugt für Hymnensammlungen, bei denen vollständige Verse ohne Hurenzeilen oder ungünstige Umbrüche zu passen sowohl praktisch als auch ästhetisch wichtig war. Kirchentext unterscheidet sich von anderen Blackletter-Varianten wie Rotunda (die rundlicher ist) und Fraktur (die andere Strichterminals und Proportionen hat).

Der Begriff "Kirchentext" ist geografisch und funktional spezifisch. Im kontinentaleuropäischen Druck gab es ähnliche komprimierte Blackletters unter anderen Namen oder ohne Namen; die englische Bezeichnung spiegelt wider, wo diese bestimmte Variante am konsistentesten angewendet wurde. Moderne typografische Klassifizierung ordnet sie oft einfach als Blackletter ein, obwohl digitale Neugießungen manchmal die historische Unterscheidung bewahren.

Kirchentext in gedruckten Materialien zu identifizieren erfordert Aufmerksamkeit für die Gesamtsilhouette: die Oberlängen und Unterlängen gehen weit über die Mittelhöhe hinaus, und die Satzbreite ist deutlich komprimiert im Verhältnis zur Majuskelhöhe. Das unterscheidet ihn sowohl von der kompakteren Textura als auch von der ornamentaleren Fraktur. Der Zustand ist wichtig beim Lesen von Mustern; Tintenansatz auf abgenutztem Metall kann die feineren Unterscheidungen zwischen Blackletter-Varianten verschleieren.

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