Leiterplatte
Englisch: circuit board
Platte, auf der elektronische Bauteile und ihre Verbindungen aufgebaut oder geätzt sind.
Leiterplatte: die verdrahtete Grundlage jeder Maschine
Eine Leiterplatte ist ein flaches Substrat, in der Regel aus Glasfaser oder Phenolharz, auf dem elektronische Bauteile montiert und elektrisch verbunden werden. Sie dient sowohl als physikalische Stützstruktur als auch als elektrischer Pfad für den Stromfluss zwischen Widerständen, Kondensatoren, Transistoren, integrierten Schaltungen und anderen aktiven und passiven Bauteilen. Die Platte selbst ist inert; die in ihre Oberfläche eingeätzte oder laminierte Schaltung leistet die eigentliche Arbeit, um Leistung, Signale und Logik zu lenken.
Zwei Hauptfertigungsmethoden beherrschen die industrielle Praxis. Bei der Herstellung von Leiterplatten (PCB) wird Kupferfolie auf das Substrat geklebt und dann mit Säure selektiv abgeätzt, um das gewünschte Schaltungsmuster zu hinterlassen. Einseitige Platten haben Leiterzüge auf einer Seite, doppelseitige auf beiden Seiten. Mehrlagige Platten fügen Kupferleiterzüge zwischen Schichten von Laminat ein, häufig vier, sechs, acht oder noch mehr Lagen tief, was dichtere Schaltungen in kompaktem Raum ermöglicht. Löcher werden durch die Platte gebohrt und mit Kupfer plattiert (Vias), um Leiterzüge auf verschiedenen Ebenen zu verbinden. Bei älteren Durchkontaktierungen werden Bauteileanschlüsse in diese Löcher eingeführt und auf der Rückseite gelötet. Moderne Oberflächenmontage (SMT) platziert kleinere Bauteile direkt auf Kupferpads auf der Plattenoberfläche.
Das Substratmaterial muss thermische Leitfähigkeit, dielektrische Festigkeit und mechanische Stabilität abwägen. Standard-FR-4-Glasfaser ist für die meisten Industrieanwendungen ausreichend und für Betriebstemperaturen bis etwa 130 Grad Celsius im Dauerbetrieb ausgelegt. Hochfrequenz- oder Hochtemperaturgeräte können Polyimid (bis 250 Grad Celsius) oder Keramiksubstrate verwenden. Die Kupferdicke beträgt typischerweise 0,5 bis 2 Unzen pro Quadratfuß (17 bis 68 Mikrometer); dickeres Kupfer trägt höhere Stromlasten. Spurbreite und Abstand (Leiterbahnbreite und Abstand) werden durch die Betriebsspannung und den Strom festgelegt; digitale Logik mit niedriger Spannung kann engere Spuren tolerieren als Stromverteilungsschaltungen.
Wo Ausfallursachen entstehen
Lötverbindungen reißen durch thermische Zyklusbelastung, besonders dort, wo Bauteileanschlüsse auf Pads treffen. Feuchtigkeitsaufnahme in das Glasfasersubstrat verursacht Größeninstabilität und kann Kupferwanderung (elektrochemische Dendritenbildung) unter feuchten Bedingungen oder hohen Spannungsgefällen auslösen. Vibration lockert Bauteile in Durchkontaktierungsplatten schneller als SMT-Baugruppen. Herstellungsmängel umfassen unzureichendes Lötmaterial, kalte Lötverbindungen (unvollständige Verschmelzung), Lötbrücken, die benachbarte Leiterzüge kurzschließen, und offene Leiterzüge durch Ätzfehlausrichtung. Überhitzung durch unzureichende Kühlung oder Bauteiledichte kann Lot erweichen und die Harzmatrix beschädigen.In industriellen Anwendungen werden Leiterplatten nicht nur nach elektrischer Funktion, sondern auch nach Umweltbeständigkeit spezifiziert. Schutzlack, eine dünne Polymerschicht, die nach der Montage aufgetragen wird, schützt vor Staub, Feuchtigkeit und korrosiven Atmosphären in Lebensmittelverarbeitung, chemischen Anlagen oder Schiffsausrüstungen. Vergießen, bei dem die gesamte Platte mit Epoxid oder Polyurethan ummantelt wird, bietet maximalen Schutz, macht aber einen Bauteilaustausch unmöglich. Das Design muss den Betriebstemperaturbereich der Maschine, das Vibrationsprofil und die Exposition gegenüber Chemikalien oder Spülwasser berücksichtigen. Ein schlecht gewähltes Plattenaterial oder Überzug wird in einer rauen Umgebung innerhalb weniger Monate ausfallen, während eine ordnungsgemäß spezifizierte Platte Jahre hält.
Leiterplatten überbrücken die Kluft zwischen rohen elektronischen Komponenten und fertigen Geräten. Ein Industrieregler, ein Frequenzumrichter, ein Temperatursensor, ein Netzteil oder ein Sicherheitsrelais sind alle auf die darunter liegende Platte angewiesen. Der Begriff "Leiterplatte" erscheint in Geräteangaben, Wartungsprotokollen und Ersatzteilelisten; Techniker und Ingenieure beziehen sich ständig darauf. Um zu verstehen, ob ein Fehler ein Konstruktionsmangel, ein Herstellungsdefekt oder Feldschäden durch thermische oder mechanische Belastung ist, erfordert Kenntnisse darüber, wie Platten gebaut werden, welchen Belastungen sie ausgesetzt sind und wo das schwächste Glied typischerweise liegt.