Selbstbohrschraube
Englisch: self-drilling screw
Befestigungselement ähnlich einer Selbstschneideschraube, das beim Einschrauben sein eigenes Loch bohrt und schneidet.
Selbstbohrschraube: Bohren und Gewindeformen in einem Arbeitsgang
Eine Selbstbohrschraube vereinigt eine Bohrspitze mit Spiralgewinden auf ihrem Schaft und ermöglicht es, Material zu durchbohren und ein Gewindeloch in einem einzigen Arbeitsgang zu erzeugen. Die Bohrspitze leistet die anfängliche Schneidarbeit, und während die Schraube eindringt, bilden die Gewinde dahinter eine Gegenfläche. Das entfällt das Vorbohren, was einen erheblichen Effizienzvorteil auf der Baustelle oder am Fließband bedeutet.
Die Bohrspitzengeometrie variiert je nach Anwendung. Blechschrauben haben typischerweise eine kleine Spade oder eine Spiralbohrer-Spitze; Strukturschrauben für Holz und Verbundwerkstoffe nutzen größere, aggressivere Spitzen. Das Nutenprofil und der Spitzenwinkel bestimmen, welcher Druck erforderlich ist und wie sauber die Lochkanten ausfallen. Selbstbohrschrauben für Stahl haben üblicherweise eine gehärtete Spitze, um den Schnittkräften standzuhalten.
Selbstbohrschrauben unterscheiden sich von Gewindeschneidschrauben, die ein vorgefertigtes oder Pilotloch erfordern. Gewindeschneidschrauben schneiden das Gewinde in ein bestehendes Loch; Selbstbohrschrauben erzeugen das Loch aus Vollmaterial. Diese Unterscheidung ist wichtig: Selbstbohrschrauben sparen Arbeit und entfallen einen kritischen Prozessschritt, verlangen aber höheres Drehmoment vom Antriebswerkzeug und erzeugen mehr Wärme und Lärm.
Häufige Ausfallarten und Materialgrenzwerte
Spitzenbruch tritt auf, wenn das Drehmoment aufgrund von Materialinhomogenität oder falscher Drehzahl plötzlich ansteigt; abgenutzten oder deformierten Gewinde entstehen durch zu geringe Vorschubgeschwindigkeit. Die Bohrspitze kann in abrasiven Materialien wie bestimmten Verbundwerkstoffen oder faserverstärkten Kunststoffen schnell stumpf werden. Die Materialdicke hat eine praktische Obergrenze, typischerweise etwa 6 mm für Stahl und mehr für weichere Metalle, über die hinaus konventionelles Bohren wirtschaftlicher wird.Diese Schrauben sind Standard in der Blechbearbeitung, bei Metalldecken und beim Befestigen von Verbundpaneelen an Stahlrahmen. In Strukturanwendungen konkurrieren sie mit verschraubten Verbindungen, wenn Vibrationsresistenz nicht kritisch ist. Die Kosten pro Schraube sind höher als bei konventionellen Befestigungselementen, aber Arbeitsersparnisse und weniger Ausschuss durch verpasste oder falsch ausgerichtete Löcher rechtfertigen den Einsatz oft bei großen Stückzahlen.