Miete
Englisch: clamp
Ein kompakter Haufen landwirtschaftlicher Erzeugnisse wie Wurzelgemüse oder Silage zur vorübergehenden Lagerung, oft mit Stroh, Erde oder beidem bedeckt.
Miete: ein eingegrabener Gemüsehaufen zur Winterlagerung
Eine Miete ist ein niedriger, länglicher Haufen von Feldfrüchten, typischerweise Wurzelgemüse wie Kartoffeln, Rüben oder Rote Beten, direkt auf dem Boden aufgebaut zur kurz- bis mittelfristigen Lagerung ohne mechanische Kühlung oder eigens errichtete Lagerstätten. Der Haufen wird dann mit Stroh, Erde oder beidem bedeckt, um den Inhalt zu isolieren und vor Licht und Witterung zu schützen. Mieten sind besonders auf Höfen ohne Zugang zu gekühlten Lagern verbreitet, vor allem in gemäßigten Klimazonen, wo die Winterkonservierung von Wurzelgemüse notwendig ist.
Eine typische Miete ist 1 bis 1,5 Meter hoch und 2 bis 4 Meter breit, ausgerichtet in Nord-Süd-Richtung zur Optimierung der thermischen Stabilität. Das Gemüse wird direkt auf gut drainierendem Grund aufgeschichtet, manchmal auf einer Strohlage. Die Abdeckung beginnt mit Stroh (10 bis 15 Zentimeter dick), darüber Erde oder Rasen (nochmal 15 bis 20 Zentimeter). Belüftung erfolgt durch einen offenen Strohkamm oder eine Pyramide an der Kuppe, oder durch kurze Rohre oder Strohrohre in Abständen oben am Haufen, um Kondensation und Gase entweichen zu lassen.
Die Temperatur in einer gut gebauten Miete bleibt nahe der Bodentemperatur, typischerweise zwischen 0 und 5 Grad Celsius im Winter. Diese langsame Abkühlung und stabile Umgebung eignet sich gut für Kartoffeln, Kohlrüben und Pastinaken. Verderb tritt auf, wenn sich Wasser innen ansammelt (Fäulnis fördernd), wenn die Abdeckung durch Frostaufbruch oder Nagetiere beschädigt wird, oder wenn die innere Temperatur im Frühjahr über 8 Grad Celsius steigt. Der Haufen muss entfernt von Staunässe und auf natürlich drainiertem Boden positioniert sein.
Varianten und regionale Praxis
Grubenmieten werden leicht in den Boden eingegraben statt darauf aufgebaut, was die Exposition verringert aber das Drainagenrisiko erhöht. Silomieten sind ähnliche Strukturen, aber mit Betonfundamenten und Wänden zur Aufnahme von Saft gebaut, wodurch sie eher halbjahresständige Anlagen als temporäre Erdaufschüttungen sind. Der Begriff "Miete" erscheint auch in älteren Schriften für Kohle- oder Minerallagerstätten in ähnlicher Form, doch heute dominiert die landwirtschaftliche Nutzung.
Mieten sind seltener geworden, mit dem Wachstum der Betriebsgröße und weil mechanische Kühllagerung erschwinglicher wurde, bleiben aber Standard auf kleineren Höfen, Biobetrieben und in Regionen mit begrenzten Infrastrukturinvestitionen. Das Verfahren benötigt keinen Strom und erfordert minimales Kapital; Ausfälle sind vorhersehbar und örtlich begrenzt statt katastrophal. Für Not- oder Zusatzlagerung bei Ernteüberschüssen bleibt die Miete schneller und billiger als ein neues Lagerhaus zu bauen.