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Fertigung

Muscheldeformation

Englisch: clamshell

Verformung einer Matrize in einer muschel ähnlichen Form infolge ungleichmäßiger Extrusionsdruck.

Clamshell: wenn eine Düse unter ungleichmäßigem Druck verformt

Eine Düse clamshellt, wenn sich ihre Öffnung in eine gekrümmte, asymmetrische Form verformt, die einer teilweise geschlossenen Muschelschale ähnelt, typischerweise während des Strangpressens. Dies geschieht, weil der Druck auf die Düse über ihre Fläche ungleichmäßig verteilt ist und eine Seite sich ausdehnt oder nach außen wölbt, während die gegenüberliegende Seite relativ flach bleibt oder sich sogar nach innen bewegt. Das Ergebnis ist eine Düsenöffnung, die nicht mehr der Werkzeuggemaßzeichnung entspricht, und das stranggepreßte Produkt wird verformt, in einigen Richtungen übergroß und oft zu Ausschuß.

Clamshelling tritt am häufigsten beim Strangpressen von weichen Materialien wie Aluminium, Kunststoffen oder Kautschuk durch Düsen auf, die nicht vollkommen gestützt oder zentriert sind. Der ungleichmäßige Druck kann aus mehreren Quellen stammen: ein verbogener oder geneigter Stempel, abgenutzte oder falsch ausgerichtete Verschleißringe, Materialanlagerung oder Oxidation auf der Düsenfront, ungleichmäßige Temperaturverteilung im Zylinder oder unzureichende Rückenstützung hinter der Düse selbst. Je größer und dünner die Düse ist, desto anfälliger wird sie für diese Art von Durchbiegung.

Erkennung und Vorbeugung

Eine geclammshellte Düse erzeugt Strangpreßgut mit sichtbaren Dickenschwankungen entlang einer Achse. Der erste Hinweis ist oft ein Dickenlehre, das zeigt, daß das Produkt auf einer Kante übergroß und auf der gegenüberliegenden Kante untergroß ist, oder eine durchgehende Krümmung des Strangpreßguts. Die Vorbeugung stützt sich auf ordnungsgemäße Düsenstützung, Kontrolle der Stempelausrichtung, stabile und gleichmäßige Zylindertemperatur und Überwachung des Stempelverstichs. Viele Betriebe prüfen Düsen regelmäßig unter Last mittels druckempfindlicher Folien oder Dehnmeßstreifen, um das Einsetzen einer ungleichmäßigen Belastung zu erfassen, bevor es zu bleibender Verformung kommt.

Ist eine Düse erst einmal geclamshellt, ist sie normalerweise wirtschaftlich nicht zu reparieren. Die elastische Verformung wird zur plastischen Verformung, und die Düsenöffnung ist dauerhaft verändert. Aus diesem Grund ist die Vorbeugung durch Wartungsdisziplin weit wichtiger als jede Korrekturmaßnahme. Düsenkosten, Ausschuß und Produktionsausfallzeiten machen Clamshelling zu einem teuren Fehler beim Hochvolumen-Strangpressen.

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