SpracheEnglishDeutsch
Fertigung

Trepan

Englisch: trepan

Ein großes Loch erzeugen, indem man eine schmale Nut in der Form des gewünschten Loches macht und den verbleibenden Materialstopfen dann kostengünstiger entfernt.

Trepan: Großes Loch erzeugen, ohne sein ganzes Volumen zu bohren

Ein Trepan ist ein Schneidwerkzeug, das große Löcher erzeugt, indem es nur eine dünne ringförmige Materialschicht entfernt und einen festen Kern oder Pfropfen im Inneren hinterlässt. Dieser Pfropfen wird dann separat herausgeschlagen oder entfernt, anstatt während des Bohrprozesses als Span abgetragen zu werden. Der Vorteil liegt in Geschwindigkeit und Wirtschaftlichkeit: Man entfernt erheblich weniger Material als beim durchgehenden Bohren oder Reiben, der Werkzeugverschleiß ist geringer, die Bearbeitungszeit kürzer und die Abfallwirtschaft einfacher zu handhaben.

Das Werkzeug selbst ist ein hohles Rohr, oft mit einer gehärteten Schneidplatte oder segmentierten Zähnen an seiner Stirnseite, das gegen das Werkstück rotiert. Während es sich dreht, schneidet es nur an der Umfangsfläche des Loches. Die Geometrie ist einfach, aber effektiv: Ein Loch mit 100 mm Durchmesser könnte einen Trepan mit 100 mm Außendurchmesser und 95 mm Innendurchmesser haben, was bedeutet, dass das Werkzeug nur eine 2,5 mm breite Materialzone rundherum entfernt. Hat der Trepan tief genug geschnitten, kann der verbleibende Kern aus der Mitte von Hand, mit einer Hydraulikpresse oder mechanisch herausgestoßen werden.

Anwendungen und Varianten

Trepanieren ist häufig bei Blechbearbeitung anzutreffen, besonders zum Schneiden von Zugangslöchern in großen Blechen, und in der Gießereitechnik, wo ein Kern ohnehin als Ausschuss anfällt. In der Zerspanung werden Trepane an manuellen Fräsmaschinen und CNC-Maschinen verwendet. Manche Trepane haben wechselbare Schneidplättchen, andere haben fest integrierten Schneidkanten. Die Schnitttiefe und der Werkzeuganpressdruck bestimmen die Oberflächenqualität und Lebensdauer der Schneidkante. Die Drehzahlen sind typischerweise niedriger als beim normalen Bohren, weil das Werkzeug die schmale Zone des abgescherten Materials unter Kontrolle halten muss.

Der Begriff stammt vom medizinischen Trepan, einem chirurgischen Instrument, das eine ringförmige Knochenzone (oder früher ein Schädeldach) trennt. Das Prinzip ist identisch: Mache eine kreisförmige Rille und entferne das Mittelteil als separaten Arbeitsschritt. In der modernen Fertigung liegt Trepanieren zwischen Bohren und Reiben in Bezug auf Kosten und Genauigkeit, und zwischen Blechstanzen und Fräsen bei der Zerspanleistung. Die Schnittqualität ist allgemein schlechter als bei einem abschließenden Reibvorgang, daher ist Trepanieren vor allem sinnvoll, wenn die Lochoberfläche nicht nachbearbeitet werden muss.

Mögliche Probleme sind Vibrationen, wenn das Werkzeug nicht starr befestigt ist, Bruch der Schneidkante bei zu aggressivem Vorschub und Schwierigkeiten beim Entfernen eines verkeilten Kerns, wenn der Pfropfen innen festgesessen hat. Kühlung und Schmierung sind wichtig, besonders bei weichen Metallen wie Aluminium, wo die abgetragene Zone bei zu langsamem Schnitt wieder auf dem Werkzeug anschweißen kann.

Mehr aus Manufacturing

Alle ansehen

Get the Word of the Day

One industrial term every day, with the trade it belongs to and why it is worth knowing. No advertising.