Teufelsnaht
Englisch: devil seam
Besonders schwer zu kalfaternde Naht auf einem Schiffsrumpf, speziell die gekrümmte Naht zwischen den Deckplanken und der Bordwand in der Nähe der Schanzkleider.
Teufelsfuge: die Alptraum-Verbindung des Schiffszimmermanns
Eine Teufelsfuge ist die gekrümmte Verbindungsstelle, wo die Deckplanken auf die Schiffsflanke treffen, typischerweise in der Nähe der Speigattrinnen. Diese Fuge verläuft über die gesamte Schiffslänge und markiert den Übergang zwischen dem flachen Deck und den geneigten Rumpfplanken, wobei ein spitzer Winkel entsteht, der äußerst schwierig dicht zu kalfatern ist.
Der Winkel dieser Fuge macht sie zu einer der arbeitsintensivsten Verbindungen im hölzernen Schiffbau. Die Planken treffen in einem so spitzen Winkel aufeinander, dass ein Kalfatereisen nicht gerade in die Fuge getrieben werden kann; der Kalfaterer muss in einem unbequemen Winkel arbeiten, oft liegend oder sich über das Deck streckend. Der Wasserdruck und thermische Bewegungen belasten die Verbindung ständig; sie öffnet und schließt sich mit Feuchtigkeits- und Temperaturwechseln, was die Kalfatermasse wiederholt aufbricht.
Traditionelles Werg und Pech waren die Standardmaterialien für Teufelsfugen, doch die Geometrie der Fuge bedeutete, dass das Werg niemals vollständig eingetrieben werden konnte. Die Masse würde sich zusammendrücken und schrumpfen, wodurch Lücken entstünden, die fast unmittelbar nach dem Stapellauf zu lecken begannen. Die Nähe zu den Speigattrinnen bedeutete, dass jedes Leck in einer Teufelsfuge bei schwerer See das Wasser direkt über Bord ableitete, aber auch Wasser in den Bilgen stauen konnte, falls sich die Strömungsrichtung im Hafen umkehrte.
Der Name spiegelt echte Frustration unter Schiffszimmermännern wider. Einige Quellen deuten darauf hin, dass die Fuge so genannt wurde, weil nur der Teufel sie erfolgreich kalfatern könnte, während andere sie einfach als die teuflisch unbequemste Fuge am Rumpf beschreiben. Der Begriff erscheint konsistent in Schiffbauakten und Inspektionsberichten des neunzehnten Jahrhunderts als bekannter Punkt chronischer Undichtigkeiten an Holzschiffen.
Der moderne Stahlschiffbau löste dieses Problem durch Schweißen, doch die Teufelsfuge bleibt ein anerkannter Begriff bei der Restaurierung von Holzschiffen und in der Schifffahrtsgeschichte. Moderne Restauratoren, die traditionelle Methoden anwenden, akzeptieren häufig, dass Teufelsfugen häufigere Wartung und Neues Kalfatern als andere Rumpffugen erfordern, besonders nachdem das Schiff mehrere Jahre im Betrieb war.