CLI
Abkürzung für Calling Line Identity oder Caller Line Identity.
CLI: die Telefonnummer, die die Vermittlung über die Leitung sendet
Calling Line Identification (CLI) ist die Übertragung der Telefonnummer des Anrufers zum Empfänger einer Telefonverbindung. Die Vermittlung sendet diese Daten als separales Signal, normalerweise im Band bei analogen Leitungen oder über den Signalisierungskanal bei digitalen Schaltungen, bevor oder während des Aufbaus ankommt. Am Empfänger dekodiert die Ausrüstung die Nummer und zeigt sie an, sodass der angerufene Teilnehmer vor dem Abheben sehen kann, wer anruft.
CLI funktioniert je nach Netztyp unterschiedlich. Bei traditionellen PSTN-Leitungen kommt die Nummer über Bellcore FSK (Frequency-Shift Keying) in Nordamerika oder DTMF-Töne in einigen anderen Regionen nach dem ersten Klingeln an. Bei ISDN und modernen VoIP-Systemen läuft CLI in der Q.931-Rufsteuerungssignalisierung mit, sodass sie bereits vor dem Klingeln verfügbar ist. Digitale Systeme ermöglichen also die Anzeige der Nummer vor dem Abheben, während ältere analoge Systeme sie zwischen den Klingeltönen oder nach dem Abheben anzeigen.
Es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen CLI und ANI (Automatic Number Identification). ANI ist das, was die Telefonvermittlung selbst kennt und für Abrechnung und Rufweiterleitung nutzt. CLI ist das, was die Vermittlung wählt, zum anderen Ende zu senden. Diese können unterscheiden: eine Vermittlung kann eine zentrale Empfangsnummer als CLI anstatt einer einzelnen Durchwahl senden, oder ein Anrufer hat CLI-Unterdrückung angefordert (manchmal "Unterdrückung" oder "Privatnummer" genannt).
In Telefonanlagen erscheint CLI auf Handset-Displays, in Call-Center-Systemen zur Computergestützten Telefonie-Integration (CTI) und in Protokollierungsgeräten. Probleme entstehen, wenn CLI fehlt, verzögert oder fehlerhaft ist. Schlechte Signalisierungsbedingungen auf analogen Leitungen können den FSK-Burst verfälschen. Digitale Nebenstellenanlagen können fehlerhaft konfiguriert sein und CLI unterdrücken oder austauschen. VoIP-Systeme können eine Nummer senden, die nicht mit der tatsächlichen Leitung des Anrufers übereinstimmt, was Verwirrung oder gefälschte Anzeigen verursacht.
CLI wird durch nationale Telekombestimmungen geregelt. Viele Länder verpflichten Betreiber, CLI standardmäßig bereitzustellen, mit expliziter Abwahlmöglichkeit für bestimmte Anrufer. Einige Rechtsordnungen verlangen, dass CLI bei Notrufen (e999-Diensten) unabhängig von Unterdrückungseinstellungen angezeigt wird. Ausrüstungsstandards wie ITU-T Q.931 für ISDN definieren, wie CLI-Daten über Netzgrenzen hinweg formatiert und übertragen werden müssen.