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Drucktechnik

Klischee

Englisch: cliché

Druckstock, Druckplatte zur Vervielfältigung.

Klischee: eine wiederverwendbare Druckplatte aus gegossener Schrift

Im Buchdruck und Hochdruck ist ein Klischee eine Metalldruckplatte, meist aus Blei, Zink oder Kupferlegierung, die ein festes Bild oder einen Text reproduziert. Das Klischee wird aus einer Original-Schriftsatzkombination oder Gravur gegossen und ermöglicht es, das gleiche Bild beliebig oft zu drucken, ohne die Schrift neu zu setzen oder neu zu gravieren. Die Platte wird in das Druckbett eingespannt, wie jede andere Hochdruckform eingefärbt und gegen das Papier gedrückt, um das Bild zu übertragen.

Die Herstellung erfordert ein Original-Muster, genannt Matrix oder Form. Eine Form entsteht durch Druck des Original-Schriftsatzes (Bleischrift und Klötzchen) in ein hitzebeständiges Material wie Gips, Ton oder Papiermaché. Geschmolzenes Metall wird dann in diese Form gegossen und zum Erstarren gebracht. Nach dem Abkühlen wird das entstehende Klischee zugerichtet (zugeschnitten und auf Schrifthöhe von üblicherweise 0,918 Zoll oder 23,3 Millimeter abgeschrägt) und auf einen Holzklotz oder Metallblock montiert, damit es bündig mit der umgebenden Schrift in der Druckform sitzt.

Unterschiedliche Materialien eignen sich für unterschiedliche Aufgaben. Stereotype aus Bleilegierung, gegossen auf gekrümmter Oberfläche, waren für Rotationsdruckmaschinen in der Zeitung und Zeitschriftenproduktion unverzichtbar; die Wölbung ermöglichte das Andrehen am Druckzylinder. Galvanotypien aus galvanisch aufgebrachtem Kupfer oder Nickel sind dünner, langlebiger und für Feinfarbdruck und lange Auflagen geeignet. Zinkotypien aus gegossenem Zink nehmen eine Mittelstellung ein: härter als Blei, günstiger als Galvanotypie.

Der Begriff und sein Umfang

Das Wort Klischee stammt vom französischen Druckerbegriff für das Klickgeräusch, das beim Aufschlag einer Form zum Setzen des Metalls entstand. Im Englischen kam der Begriff im 19. Jahrhundert in die Druckersprache und wurde später zur figurativen Umgangssprache für alles Unoriginalität oder Abgedroschenheit, genau weil Stereotype und Klischeeplatte identische Kopien endlos reproduzierten. Im modernen Industriedruck wird der Begriff selten außerhalb von traditionellen Buchdruckwerkstätten verwendet; Offset- und digitale Verfahren haben Metallplatten überholt. Allerdings sind Metallklischees noch im Einsatz beim Sicherheitsdruck, für Nummerierung, Prägung und in Nischen-Handwerksbetrieben, wo die Haltbarkeit und Präzision einer gegossenen Hochdruckform die Einrichtungskosten rechtfertigt.

Praktische Fehler sind Grat (dünne Metallflügel an der Formnaht), Schwindungsverzerrung bei ungleichmäßiger Abkühlung und Randabhebung bei zu starker Einfärbung oder zu starkem Druck. Der Montageklotz muss absolut eben und richtig beschwert sein, sonst wippt die Platte unter dem Druck und verursacht ungleichmäßigen Farbauftrag. Bei langen Auflagen ist Verschleiß auf der erhabenen Oberfläche unvermeidlich; ein gut gefertigtes Klischee kann je nach Papiersort und Druckdruck 50.000 bis 100.000 saubere Abdrücke liefern, bevor sichtbarer Verschleiß eintritt.

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