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Industriebedarf, Maschinen und Bauteile

Co-Co

Achsanordnung bei Diesel- und Elektrolokomotiven, bei der eine Lokomotive sechs angetriebene Achsen auf zwei Drehgestellen hat.

Co-Co: sechs angetriebene Achsen, maximale Zugkraft und Traglast

Eine Co-Co-Lokomotive verfügt über sechs angetriebene Achsen, die als drei Achsen pro Drehgestell angeordnet sind, wobei jede Achse von ihrem eigenen Motor oder einer Motorgruppe unabhängig angetrieben wird. Diese Konstruktion liefert hohe Zugkraft bei relativ kompaktem Achsstand und macht sie zur Arbeitspferd im Schwerverkehr und in Rangierbetrieben weltweit. Die Bezeichnung Co-Co nach dem Whyte-System steht für Kurzschreibweise: jeder Buchstabe oder jedes Buchstabenpaar repräsentiert angetriebene Achsen an einem Drehgestell, Co-Co bedeutet also insgesamt 3+3 angetriebene Achsen.

Der Hauptvorteil liegt in der Haftwirkung. Eine sechsachsige Lokomotive verteilt ihre Masse auf mehr Räder und erreicht damit besseren Grip auf der Schiene, ohne die durch Eisenbahnstandards festgelegten Achslasten zu überschreiten (üblicherweise 20 bis 25 Tonnen pro Achse in den meisten Netzen). Dies ermöglicht Co-Co-Maschinen, längere und schwerere Züge zu befördern als kleinere Anordnungen wie Bo-Bo, die nur vier angetriebene Achsen verwenden. Der Nachteil ist ein etwas längerer Achsstand und geringere Wendigkeit in engen Kurven, doch moderne Drehgestelle bewältigen dies gut.

Elektro- und Dieselvarianten

Co-Co-Maschinen beherrschen den Schienengüterfernverkehr in elektro- wie in dieselelektrischer Form. Elektro-Co-Co-Lokomotiven sind auf Kontinentalbahnen verbreitet, wo anhaltend hohe Leistungsabgabe erforderlich ist: die Österreichischen Bundesbahnen ÖBB etwa betrieben tausende Elektro-Co-Co-Einheiten im Güterverkehr. Dieselelektrische Co-Co-Lokomotiven bleiben Standard im Schwerverkehr in Nordamerika, Australien und anderswo, oft mit Leistungen von 3000 bis 4500 PS.

Ein kritisches konstruktives Detail ist die Motor-Achsen-Kopplung. Frühe Co-Co-Maschinen nutzten Kardanwellen, um Kraft von einem zentralen Motor auf jede Achse zu übertragen; moderne Ausführungen verwenden vollständig asynchrone AC-Induktionsmotoren, die direkt auf den Achsen sitzen (bei Elektrolokomotiven), oder hydraulische Getriebe (bei Dieselelektrikern). Dies beseitigt Wellenschwingungen und senkt den Wartungsaufwand, erfordert aber Präzision bei der Achsausrichtung, denn jede Ausrichtungsabweichung unter Last beeinträchtigt die Haftung und beschleunigt den Lagerverschleiß.

Radschlupf ist der häufigste Ausfallmechanismus bei Co-Co-Lokomotiven, besonders bei nasser oder glatter Schiene. Alle sechs Achsen müssen zusammen ziehen; verliert eine Achse Grip, sinkt die Zugkraft stark. Moderne Einheiten verfügen über Radschlupferkennungssysteme und Sandstreuwerk, um die Haftung zu halten. Das Drehgestell muss Querbewegungen in Kurven zulassen, ohne die angetriebenen Achsen festzulegen, was die Konstruktion gegenüber untriebslosen Laufdrehgestellen erschwert.

Co-Co tritt im Industriebahnverkehr, im Fernverkehr und bei schweren Rangiertätigkeiten überall dort auf, wo die Kombination aus hoher Haftwirkung und angemessen kurzem Achsstand passt. Sie konkurriert mit Bo-Bo+Bo (acht angetriebene Achsen auf drei Drehgestellen) für die schwersten Aufgaben und mit kleineren Co-Bo- oder Bo-Bo-Maschinen auf Linien, wo leichtere Lasten oder engere Kurven vorherrschen. Das Verständnis der Achsanordnung einer Lokomotive ist wesentlich für Streckenplanung und Wartungsmanagement.

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