Wagenschraube
Englisch: coach screw
Große Holzschraube mit Kopf, der mit einem Schraubenschlüssel angezogen wird.
Schlossschraube: schwerer Holzbefestiger mit Schraubenschlüsselkopf
Eine Schlossschraube ist ein robuster Holzbefestiger, üblicherweise 6 bis 12 Millimeter im Durchmesser und 25 bis 150 Millimeter lang, zum Verbinden großer Holzbauteile ausgelegt. Anders als Standard-Holzschrauben hat sie einen Vierkant- oder Sechskantkopf, der einen Schraubenschlüssel oder eine Stecknuss aufnimmt und so Hebelwirkung ermöglicht, ohne den Befestiger zu beschädigen. Der Schaft ist teilweise gewunden, mit einer glatten Schulter unter dem Kopf, die wie ein Bolzenschaft wirkt. Dieses Design ermöglicht es, Holz fest zu spannen, ohne sich nur auf die Gewindefassung zu verlassen.
Schlossschrauben werden durch Drehen des Kopfes mit Schraubenschlüssel oder verstellbarem Gabelschlüssel angetrieben, nicht mit einem Schraubendreher. Die glatte Schulter erzeugt eine Spannwirkung ähnlich einem Bolzen, weshalb diese Befestiger in britischer Terminologie oft Schlossbolzen genannt werden. Die Vierkant-Variante, häufig bei schwerer belasteten Anwendungen, widersetzt sich der Drehung besser als ein Sechskantköpfchen und beißt sich ins Holz, wenn der Schlüssel plötzlich zurückgezogen wird. Holzschwund und Bewegung können den Befestiger mit der Zeit lockern, daher ist regelmäßiges Überprüfen bei äußeren oder tragenden Verbindungen erforderlich.
Das Material variiert je nach Belastung und Umgebung. Mild-Stahl-Schlossschrauben eignen sich für die meiste innere Zimmerarbeit und Dachbinder. Verzinkte oder Edelstahl-Varianten sind unverzichtbar in feuchten Umgebungen, Schiffsbau oder externer Zimmerei, wo Rost sowohl Struktur als auch Aussehen beeinträchtigen würde. Edelstahl-Varianten sind deutlich teurer und schwerer zu drehen, erfordern sorgfältige Schlüsselarbeit, um ein Abscheren des Kopfes zu vermeiden.
Der Name stammt aus der historischen Verwendung im Kutschenbau, wo große Hölzer in Kutschenrahmen robuste Befestigung ohne das Gewicht oder die Komplexität traditioneller Bolzen und Muttern erforderten. Sie nehmen eine Mittelstellung zwischen Holzschrauben und Bolzen ein: schneller einzubauen als Bolzen, da keine Ankerlochung im unteren Bauteil nötig ist, aber widerstandsfähiger gegen Lockerung und Herausziehen als Schrauben bei stark belasteten Verbindungen. Zimmerleute bevorzugen sie zum Verbinden großer Sparren, Pfetten oder Balkenreparaturen, wo die Lastweitergabe erheblich ist.
Typische Ausfallarten sind Abscheren des Kopfes bei Überbelastung mit dem Schlüssel, Gewinde-Stripping beim Eindrehen in Hartholz ohne Ankerloch und Korrosion an der Schulter bei unbehandelten Außenarbeiten. Bei Renovierungsarbeiten zeigen Schlossschrauben von vor 50 oder 100 Jahren oft erhebliche Rostflecken um den Kopf, ein Zeichen langer Bewegung und Feuchteaufnahme. Moderne korrosionsbeständige Varianten haben dieses Risiko erheblich vermindert, allerdings zu höheren Materialkosten.