Cobbler
Englisch: cobbler
Schaf, das zum Schluss geschoren wird, zum Beispiel weil seine Wolle sehr schmutzig ist oder das Tier schwer zu fassen ist.
Cobbler: das Schaf, das man am liebsten zum Schluss schert
Ein Cobbler ist ein Schaf, das bewusst bis zum Ende des Schertages aufbewahrt wird, meist weil sein Vlies stark verschmutzt, verfilzt oder anderweitig schwierig zu bearbeiten ist. Der Scherer weiß, dass es länger dauert und unordentlicher wird als beim Rest der Herde, daher landet es am Boden des Stalles. Bei Betrieben mit 50 bis 200 Schafen, die an einem Tag geschoren werden, kann ein Cobbler eine Stunde oder mehr Arbeitszeit kosten.
Die Wolle selbst ist meist der Grund. Ein Schaf, das Monate lang im Schlamm, in Dung oder in Dornenbüschen gelegen hat, sammelt Verschmutzungen, die die Schermaschinen verstopfen und ein Vlies erzeugen, das so verfilzt ist, dass die Klinge nicht sauber durch die Stapel fahren kann. Manche Cobblers sind einfach störrische Tiere, die sich heftig wehren, leicht Quetschungen bekommen oder ungünstig auf dem Schertisch sitzen, wodurch die Arbeit langsamer und risikoreicher wird als üblich. Einige sind wirklich krank oder verletzt und benötigen eine Behandlung, die nicht gehetzt werden kann.
Die Herkunft des Namens ist unklar. Der Begriff scheint britischen und australischen Ursprungs zu sein, doch seine Etymologie ist umstritten. Möglicherweise leitet er sich von der Idee des Reparierens oder Flickens ab (wie ein Schuster Schuhe macht), da das Vlies extra Arbeit braucht. Alternativ könnte es sich auf etwas Gepfuschertes oder Unvollendetes beziehen, obwohl diese Verbindung in Standardquellen nicht dokumentiert ist.
Erfahrene Scherer entwickeln Taktiken für Cobblers. Manche weichen verhärteten Dung vorher mit feuchten Tüchern auf. Andere kämmen loser Schmutz von Hand aus, bevor sie scheren, oder machen einen zweiten Durchgang mit langsameren, längeren Strichen statt der schnellen Technik, die bei sauberen Schafen verwendet wird. Die Alternative, einen Cobbler mit Vlies auf dem Markt zu verkaufen, bedeutet, einen scharfen Abschlag auf das Gewicht und die Wollqualität zu akzeptieren, daher ist Scheren auf dem Hof trotz des Zeiteinsatzes meist wirtschaftlicher.
Ein Cobbler ist nicht in jedem Betrieb Zeichen schlechter Tierhaltung. Saisonale Beweidung, besonders auf Winterweiden oder in feuchten Regionen, erzeugt in jeder Herde Cobblers. Der Unterschied zwischen einem sauberen Schaf und einem Cobbler ist oft nur Glück mit Wetter und Unterstand, nicht Fahrlässigkeit. Allerdings signalisiert eine Herde mit mehr als einer Handvoll Cobblers pro Schurzeit, dass Stalleinrichtung, Einstreu oder Beweidungsmanagement überprüft werden sollten.