Wildkräuter
Englisch: filth
Unkraut, das auf Weideland wächst.
Filth: Unkraut, das gutes Gras erstickt
Filth ist das Auftreten von Unkraut und unerwünschten Pflanzen auf Weideland, die die wertvollen Gräser und Leguminosen verdrängen, auf die Nutztiere angewiesen sind. Der Begriff ist veraltet, wird aber von älteren Landwirten und in regionalen Agrarschriften noch verwendet. In der Praxis reduziert Filth sowohl Menge als auch Qualität des verfügbaren Futters für Weidetiere, zwingt das Vieh, härter nach schmackhaftem Futter zu suchen, und führt häufig zu geringerer Milchleistung, Gewichtszunahme oder schlechterer Wollqualität.
Welche Pflanzen als Filth gelten, ist regional und bodenabhängig unterschiedlich. Häufige Verursacher sind Ampfer, Disteln, Greiskraut, Brennnesseln und verschiedene grobe oder giftige Arten, die Rinder und Schafe meiden oder die Nutztiere aktiv vergiften. Dichte Bestände von Adlerfarn oder Stechginster sind besonders schädlich, da sie Platz einnehmen, der sonst produktive Grasnarbe wäre, und manche Arten wie Greiskraut sammeln sich im getrockneten Heu an, wo sie gefährlicher werden. Die Grenze zwischen Filth und bloß schlechtem Weidermanagement ist teilweise subjektiv, aber wenn unerwünschte Pflanzen mehr als etwa 10 bis 15 Prozent der Grasnarbe einnehmen, beginnen Produktivität und Tiergesundheit spürbar zu leiden.
Filth entsteht durch mehrere Ursachen: vernachlässigte Weidenpflege, Übernutzung, die erwünschte Arten schwächt, schlechte Drainage, die Binsen und Sauergräser begünstigt, oder einfache Verunreinigung des Saatguts von benachbarten ungepflegten Flächen. Sind solche Unkräuter erst etabliert, lassen sie sich schwer entfernen, weil ihre Wurzelsysteme tiefer oder ausdauernder als Graswurzeln sind und sie sich durch Samen oder vegetative Vermehrung schneller ausbreiten als Weidetiere sie abfressen können. Trittwirkung und selektive Beweidung verschärfen das Problem häufig, da sie gutes Gras beschädigen, während unschmackhafte Unkräuter unangetastet bleiben.
Bekämpfung und Lösungsansätze
Die traditionelle Beseitigung beruhte auf Handarbeit (besonders bei Ampfer und Disteln), Mulchen mit der Sense oder mechanischem Schnitt, um Samenbildung zu verhindern, und Weidewechsel zur Regeneration der geschwächten Grasnarbe. Chemische Herbizide ermöglichten ab Mitte des 20. Jahrhunderts schnellere Bekämpfung, erfordern aber selektive Anwendung, um Unkräuter zu töten, ohne das Gras zu schädigen. In neuerer Zeit haben verbessertes Weidermanagement, Nachsaat mit wuchskräftigen Grassorten und Bodenverbesserung die Filth in gut geführten Betrieben vermindert.Der Begriff gehört zu einem älteren Vokabular der Weidenwirtschaft, in dem Graspflanzenkombinationen deutlicher benannt wurden. Moderne Agrarberater sprechen eher von Unkrautdruck, Artzusammensetzung oder botanischer Vielfalt, doch das Problem selbst ist unverändert. Filth ist keine fachliche Kategorisierung, sondern das Wort eines Landwirts für ein sichtbares, wirtschaftlich kostspieliges Versagen der Weidenpflege.