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Kfz-Technik

Federbein

Englisch: coilover

Federungselement eines Automobils, bestehend aus einem Stoßdämpfer mit einer ihn umgebenden Schraubenfeder

Coilover: Dämpfer und Feder in einem kompakten Paket

Ein Coilover vereint einen Dämpfer (Stoßdämpfer) mit einer Schraubenfeder, die konzentrisch um seinen Körper gewickelt ist. Anstatt die Feder an einer separaten Stelle am Chassis zu befestigen, sitzt die Feder direkt auf dem Dämpfer selbst und bildet damit eine in sich geschlossene Federungseinheit. Diese Anordnung spart Bauraum, reduziert ungefederte Masse und ermöglicht eine feingliedrige Höhenverstellung durch Verschiebung der Feder auf der Dämpferstange.

Die meisten Coilover für den Straßeneinsatz nutzen einen Gewindekonus, der auf und ab am Dämpferkörper verfahren kann und die Feder komprimiert, um das Auto anzuheben, oder sie entspannt, um es abzusenken. Einige Ausführungen bieten auch einstellbare Dämpfung, sodass Techniker Kompressions- und Rückprellraten unabhängig voneinander abstimmen können. Hochleistungsversionen verfügen oft über separate Ventile in Kompression und Ausgleich, während einfachere Systeme ein schlichteres geschwindigkeitsabhängiges Design nutzen. Federraten liegen für den Straßeneinsatz üblicherweise zwischen 6 und 12 kg/mm, Rennausführungen sind deutlich straffer.

Einstellung und Anpassung

Durch Federverkürzung wird das Auto tiefer gelegt, was sowohl die Sitzhöhe als auch den Winkel der Radaufhängungsgeometrie verändert und damit Sturz, Nachlauf und Wankpol beeinflusst. Eine Absenkung von 1 cm kann je nach Aufhängungsbauart eine Sturzänderung von 0,5 Grad oder mehr bewirken. Diese geometrische Verschiebung ist der Grund, warum tiefergelegte Autos oft neu vermessen werden müssen und zu tiefe Einstellung zu Reifenverschleiß und Fahrtproblemen führt. Federvorspannung (die anfängliche Kompression) ändert die Autohöhe nicht, solange sich die Gewindeposition nicht verändert.

Coilover wurden ab den 1970er-Jahren im Rennwagensport und in der Rallye populär, weil sie weniger Chassis-Arbeit für die Federungsanpassung erforderten. Werksausstattungen erschienen ab den 1990er-Jahren an hochwertigen Sportwagen. Nachgerüstete Coilover-Kits sind heute standardmäßige Tuningkomponenten für Hochleistungsfahrzeuge und erhältlich als einfache Ausführungen mit simpler Einstellung oder komplexe Systeme mit ferngesteuerten Dämpfungsreglern.

Typische Ausfallarten sind Ölverlust durch Dämpferdichtungen, Verlust der Dämpfwirkung durch Verschleiß innerer Ventile und Geräusche aus abgenutzten Befestigungsbuchsen, wo der Coilover am Chassis sitzt. Federsackung, bei der die Vorspannung mit der Zeit nachlässt, führt dazu, dass das Auto tiefer sitzt als erwartet, und ist praktisch nicht ohne Austausch rückgängig zu machen. Die Kombination aus Feder und Dämpfer in einer Einheit erschwert die Diagnose gegenüber separaten Systemen: ein weiches Fahrgefühl könnte von verschlissenen Federn oder abgenutzter Dämpfung herrühren und erfordert Kompressionstests zur Unterscheidung.

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