kaltblütig
Englisch: cold-blooded
Von einem Motor oder Fahrzeug: schwer anzulassen; läuft bis zur Aufwärmung schlecht.
kaltblütig: schwer zu starten, wenn der Motor bereits kalt ist
Ein kaltblütiger Motor ist einer, der sich gegen das Starten sträubt und unregelmäßig läuft, bis seine Temperatur steigt. Das ist kein Mangel bei gut gepflegten Maschinen, sondern eine inhärente Eigenschaft von Verbrennungsmotoren bei kalten Bedingungen. Der Begriff spiegelt wider, was Techniker beobachten: Der Motor verhält sich widerwillig, bleibt stehen oder zündet ungleichmäßig, bis sich das Öl erwärmt, der Kraftstoff richtig verdampft und die Verbrennung stabil wird.
Die Wurzel liegt in der Kraftstoffzerstäubung und Viskosität. Kalter Kraftstoff verdampft nicht effizient in einem kalten Zylinder. Benzin wird träge, die Luftdichte nimmt zu, und die Zündkerze muss härter arbeiten, um ein Gemisch zu zünden, das noch nicht ideal ist. Dieselmotoren sind besonders kaltblütig, weil Diesel einen höheren Flammpunkt hat als Benzin. Winterdiesel enthält Zusatzstoffe, um Gelieren zu verhindern, aber auch behandelter Kraftstoff fließt bei niedriger Temperatur schlecht und verzögert die Zündung.
Praktische Folgen
Das kaltblütige Verhalten wird durch Konstruktion und Routinebetrieb bewältigt. Glühkerzen in Dieselmotoren heizen die Brennkammer vor dem Start vor. Chokesysteme bei Vergasermotoren reichern das Kraftstoffgemisch beim Kaltstart künstlich an. Modern eingespritzte Motoren nutzen Computerlogik, um Zündzeitpunkt, Kraftstoffmenge und Luftzufuhr während der Aufwärmphase anzupassen. Ein kalter Motor kann 30 Sekunden bis 2 Minuten Laufzeit benötigen, bis er sanft läuft, abhängig von Umgebungstemperatur und Kraftstoffsorte.
Betreiber bemerken, dass kaltblütige Motoren während des Aufwärmens mehr Kraftstoff verbrauchen und höhere Emissionen ausstoßen. Längeres Leerlaufen zum Aufwärmen eines Motors verschwendet Kraftstoff; die meisten modernen Fahrzeuge erreichen schneller Betriebstemperatur unter leichter Last. Kraftstoff mit niedrigerem Pourpoint und besserer Flüchtigkeit hilft, ebenso wie das Abstellen von Fahrzeugen in beheiztem Raum. Ein Motor in schlechtem Zustand mit verschlissenen Injektoren, schwacher Batterie oder verschlissenen Zündkerzen zeigt übertriebenes kaltblütiges Verhalten.
Der Begriff bleibt bestehen, weil er die echte Schwierigkeit erfasst: Ein kalter Motor ist von Natur aus unkooperativ, nicht defekt. Diese Unterscheidung ist wichtig bei der Diagnose von Startproblemen in der Praxis. Ein Fahrzeug, das kräftig dreht, aber bis zur Erwärmung fehlzündet, ist kaltblütig. Eines, das kaum dreht oder nach dem Start ausfällt, hat einen anderen Fehler.