Kaltverschweißung
Englisch: cold-shut
Verschweißung, die bei zu niedriger Temperatur erfolgt ist und daher nicht vollständig verbunden ist; Ausdruck für fehlerhafte Schmiedestücke oder Gussteile.
Kaltlot: eine Schweißung, die nie wirklich entstanden ist
Ein Kaltlot ist ein Oberflächenfehler in geschmiedeten oder gegossenen Metallen, bei dem zwei Oberflächen zusammengepresst werden, während sie noch unter ihrer Schmelztemperatur liegen. Es entsteht eine Fuge, die verbunden aussieht, aber keine metallurgische Bindung hat. Die Oberflächen berühren sich und bleiben in Kontakt, schmelzen aber nicht ineinander oder diffundieren nicht ineinander. Unter Last reißt oder trennt sich die Verbindung, weil außer dem mechanischen Druck, der inzwischen aufgehoben wurde, nichts sie zusammenhält.
Beim Schmieden entstehen Kaltlote am häufigsten, wenn Metall zu langsam verarbeitet wird oder die Temperatur unter den Arbeitsbereich gefallen ist. Gesenkschmieden ist besonders anfällig für diesen Fehler: Wenn die beiden Gesenkhälften zusammenkommen, bevor das Metall Fließtemperatur erreicht hat, bleibt die Trennfuge als sichtbare Schweißlinie mit null Zugfestigkeit bestehen. Der Fehler findet sich oft entlang der Trennfuge des Schmiedeteils oder in tiefen Vertiefungen, wo das letzte Metall, das das Gesenk gefüllt hat, während des Presshubs abgekühlt ist.
Gussstücke erleiden Kaltlote an Angüssen und Verbindungsstellen, wo zwei Ströme geschmolzenen Metalls aufeinandertreffen und erstarren, bevor sie Zeit zum Durchmischen und Verschweißen haben. Das ist häufiger bei dickeren Abschnitten, die in kalten Formen gegossen werden, oder beim Vergießen von Metall, das nur wenig über seiner Liquidustemperatur liegt. Der Fehler erscheint als scharfe Linie, manchmal mit Oxidfilm zwischen den beiden Oberflächen, anstelle der allmählichen Kornstruktur einer richtigen Verschmelzung.
Erkennung und Vorbeugung
Kaltlote sind bei routinemäßiger Kontrolle schwer zu erkennen, da sie oft bündig mit der Oberfläche liegen und nicht immer ohne Zerlegung oder zerstörende Prüfung sichtbar sind. Radiographie kann sie möglicherweise nicht deutlich erkennen, wenn die Oberflächen in gutem Kontakt sind. Der Begriff selbst kommt vom Aussehen: Das Metall hat sich einfach geschlossen, ohne verschweißt zu werden.
Die Vorbeugung beim Schmieden erfordert, dass das Metall während des gesamten Hubes über der Mindestarbeitstemperatur bleibt, und die Gesenke selbst heiß genug sind. Beim Gießen reduzieren schnelleres Gießen, heißer werdendes Metall und richtige Angussgestaltung, um zu vermeiden, dass Metall in flachen Winkeln aufeinandertrifft, das Kaltlotrisiko. Teile, die bekanntermaßen gefährdet sind, wie solche mit tiefen dünnen Abschnitten oder engen Angüssen, erfordern möglicherweise zerstörende Musterprüfung oder 100-prozentige magnetische Pulverprüfung, um die Fehlerfreiheit zu bestätigen.