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Elektrotechnik

Contraplex

Englisch: contraplex

Von Nachrichtensignalen, die gleichzeitig in entgegengesetzten Richtungen übertragen werden.

Contraplex: Zweirichtungsverkehr auf einer Leitung, gleichzeitig

Contraplex bezeichnet ein Kommunikationsverfahren, bei dem zwei Nachrichtensignale gleichzeitig in entgegengesetzten Richtungen über das gleiche Übertragungsmedium laufen. Im Gegensatz zu Simplex (nur eine Richtung) oder Halbduplex (abwechselnde Richtungen) ermöglicht Contraplex einen echten simultanen bidirektionalen Datenfluss. Das erfordert eine sorgfältige Trennung der ausgehenden und zurückkommenden Signale, damit sie sich nicht gegenseitig stören oder verfälschen.

Die technische Herausforderung liegt in der Signaltrennung. Frühe Telefon-Fernleitungen arbeiteten mit Frequenzteilung: ein Signal belegte 300-1000 Hz, das andere 1000-3400 Hz, sodass beide auf einem einzelnen verdrillten Paar koexistieren konnten. Moderne digitale Systeme nutzen Echo-Unterdrückungsalgorithmen, die das gesendete Signal aus dem empfangenen Signal herausfiltern und die echte eingehende Nachricht rekonstruieren. Hybridtransformatoren oder Richtkoppler können auch erzwingen, dass der Datenfluss in jeder Leitung nur in eine Richtung geht.

Contraplex gegenüber Vollduplex

Contraplex wird manchmal gleichbedeutend mit Vollduplex verwendet, aber die Unterscheidung ist wichtig: Contraplex unterstreicht die physikalische Gleichzeitigkeit von Signalen in entgegengesetzten Richtungen auf einem einzigen Pfad, während Vollduplex die logische Fähigkeit zur simultanen bidirektionalen Kommunikation beschreibt (die separate Leitungen, Frequenzbänder oder Zeitschlitze nutzen kann). Eine Vierdraht-Fernleitung ist Vollduplex, aber kein Contraplex, weil die Signale auf verschiedenen physikalischen Leitern laufen. Eine einzelne verdrillte Telefonleitung mit Echo-Unterdrückung ist sowohl Contraplex als auch Vollduplex.

Der Contraplex-Betrieb erfordert Symmetrie bei Impedanz, Laufzeit und Signalstärke in beiden Richtungen. Asymmetrie führt zu Nebensprechstörungen, bei denen ein Teil des ausgehenden Signals in den eingehenden Pfad eindringt und die empfangene Nachricht verfälscht. Dies ist besonders problematisch bei hohen Bitraten über lange Strecken, wo Dämpfung und Dispersion das Echo verschärfen.

Der Begriff ist in der modernen Praxis seltener, weil die meisten digitalen Hochgeschwindigkeitssysteme (Ethernet, Glasfaserleitungen, Mobilfunk) entweder separate Kanäle nutzen oder sich auf Zeit-Multiplexing statt auf echten simultanen Contraplex-Betrieb verlassen. Das Prinzip bleibt jedoch grundlegend in analogen Telefonnetzen, einigen industriellen Steuerungsbussen und bei jedem System, das den Durchsatz auf einer einzigen Kupferleitung maximieren soll.

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