Korrekturen
Englisch: copyedit
Korrektur von Rechtschreibung, Grammatik und Formatierung von Druckmaterial und Vorbereitung zur Satzherstellung, Drucklegung oder Online-Veröffentlichung.
Lektorat: Text vor dem Druck korrigieren
Lektorat ist die systematische Korrektur und Verfeinerung von schriftlichem Material vor der Produktion. In der Druckindustrie bedeutet das, Rechtschreib- und Grammatikfehler, inkonsistente Formatierungen und Schreib fehler zu finden, bevor sie sich hundert- oder tausendfach vermehren. Ein Lektor arbeitet vom Manuskript oder der digitalen Datei aus und kennzeichnet Korrektionen direkt im Dokument, entweder traditionell mit rotem Stift auf Fahnen oder mit Änderungsverfolgung in Software wie Adobe InDesign oder Microsoft Word.
Die Arbeit liegt zwischen dem Entwurf des Autors und der Layout-Phase des Setzers. Lektoren vereinheitlichen die Terminologie, prüfen auf konsistente Silbentrennung, sorgen dafür, dass Überschriftenstile den Hausrichtlinien entsprechen, und kennzeichnen sachliche Ungereimtheiten, die beim Lesen auffallen. Sie arbeiten nach einer spezifischen Formatvorlage des Auftraggebers oder der Publikation, die vorgeben kann, ob es "Prozent" oder "%" heißt, ob Listen Semikolons oder Kommas verwenden, oder wie man Abkürzungen beim ersten Vorkommen behandelt. Verschiedene Branchen haben unterschiedliche Konventionen: Technische Handbücher können Aktivform und nummerierte Schritte erfordern, während Marketingtexte mehr Spielraum erlauben.
Lektorat reicht von leicht bis intensiv. Leichtes Lektorat erfasst offensichtliche Tippfehler und unbeholfene Formulierungen. Intensives Lektorat überarbeitet Sätze zur Klarheit, reorganisiert Absätze für logische Abfolge und kann ganze Abschnitte neu schreiben. Inhaltliches Lektorat (manchmal Strukturlektorat genannt) geht noch weiter, stellt Fragen, ob Inhalte vollständig oder redundant sind, verschwimmt dann aber mit der Arbeit eines Editors. In der Druckproduktion umfasst Lektorat auch die Überprüfung von Querverweisen, dass Seitenzahlen nicht mitten im Satz umbrechen, und dass Fußnoten oder Bildunterschriften mit ihrem Quellentext übereinstimmen.
Der häufigste Fehlerpunkt ist Inkonsistenz. Ein Produktname, der drei verschiedene Schreibweisen hat, Maßeinheiten, die zwischen Metrik und imperialem System wechseln, oder Schriftgrößen, die ohne Grund variieren, werden bei schneller Kontrolle übersehen, zerstören aber das professionelle Aussehen des fertigen Drucks. Digitale Lektoratsabläufe nutzen jetzt Software, die sich wiederholende Formulierungen kennzeichnen oder potenziellen Markennamen-Missbrauch erkennen kann, aber menschliches Urteilsvermögen bleibt unerlässlich für Kontext, Ton und die subtilen Fehler, die Software übersieht.
Der Begriff "Copy" (Text) in der Druckindustrie stammt aus der Zeitungsproduktion, wo Reporter ihren "Copy" an Redakteure abgaben. Lektorat gab es schon vor dem modernen Druck, wurde aber entscheidend, als Massenproduktion Fehler nach dem Gießen von Druckplatten oder Brennen von Filmen zum wirtschaftlichen Desaster machte. Heute, bei digitalen Workflows bis zum Druck, passiert Lektorat früher, bleibt aber unverzichtbar für Publikationen, bei denen Ruf und Genauigkeit zählen.