Anilox
Englisch: anilox
Ein Verfahren zur kontrollierten Farbenzufuhr auf eine Flexodruckform mittels einer harten Walze, deren Oberfläche mit winzigen Näpfchen zur Farbaufnahme versehen ist.
Anilox: die Dosierwalze für präzise Farbmengenkontrolle
Eine Anilox ist eine gehärtete Stahl- oder Keramikwalze, meist 2 bis 4 Zoll Durchmesser, deren Oberfläche mit Tausenden winziger Näpfchen oder Vertiefungen in regelmäßigem Raster graviert ist. Sie sitzt zwischen Farbkasten und Druckform in Flexodruckmaschinen, dreht sich, um Farbe aufzunehmen und eine exakt dosierte Farbschicht auf die Form abzugeben. Die Walze selbst ist extrem hart, typischerweise auf 58, 62 HRC gehärtet, damit das Näpfchenmuster unter ständigem Druck und Verschleiß seine Form behält.
Die Näpfchen sind in einem bestimmten Winkel und einer bestimmten Tiefe in die Oberfläche geschnitten, gemessen in Lines per Inch (LPI) und Mikrometern, was bestimmt, wie viel Farbe die Anilox transportieren kann. Eine 200-LPI-Anilox mit 6-Mikrometer-Näpfchen trägt weniger Farbe als eine 150-LPI-Anilox mit 8-Mikrometer-Näpfchen. Der Maschinenführer wählt die Anilox je nach Farbviskosität, Substrat, Rasterweite der Druckform und gewünschter Farbfilmdicke auf dem fertigen Druck. Höhere LPI-Werte ermöglichen feinere Details und weniger Farbauftrag; niedrigere LPI-Werte transportieren mehr Farbe für stärkere Abdeckung.
Die Gravur kann mechanisch, per Laser oder durch elektroerosive Bearbeitung (EDM) erfolgen. Jedes Verfahren erzeugt subtil unterschiedliche Näpfchengeometrien. Lasergravierte Aniloxwalzen, ab den 1980er Jahren verbreitet, haben ältere mechanische und EDM-Verfahren größtenteils ersetzt, weil sie konsistente sechseckige Näpfchen erzeugen und feinere Rasterweiten ermöglichen. Die Wahl des Näpfchenmusters und der Kammergeometrie beeinflusst die Farbenfreigabe und Übertragungseffizienz auf die Form.
Eine Anilox-Oberfläche verschleißt mit der Zeit durch Abnutzung und Verschmutzung. Getrocknete Farbe, Staub und Mineralablagerungen sammeln sich in den Näpfchen an und verringern den Farbauftrag, was zu Druckfehlern führt. Aniloxwalzen werden zwischen den Aufträgen chemisch oder mechanisch gereinigt und müssen schließlich neu graviert oder ausgetauscht werden. Eine beschädigte oder verschmutzte Anilox ist eine der häufigsten Ursachen für ungleichmäßigen Farbauftrag in Flexodruckereien, daher ist die Erhaltung der Näpfchenintegrität für die Maschinenleistung entscheidend.
Die Herkunft des Begriffs ist unklar, manchmal wird er auf "Anilin" (eine häufige Farbgrundlage) plus das griechische Wort für "scharf" zurückgeführt, doch dies ist unsicher. Die Vorrichtung wurde für den Flexodruck entwickelt, der eine präzise Farbdosierung benötigt, weil auf weichen, komprimierbaren Substraten wie Folien und Karton gedruckt wird, die unregelmäßige Farbaufträge nicht tolerieren können. Ohne Anilox würde die Farbe auf der Form unvorhersehbar fließen.