Zollholz
Englisch: inch stuff
Bretter usw., die eine Zoll stark gesägt sind.
Inch stuff: einsägeteiliges Schnittholz, heute S4S oder raues 1x genannt
Inch stuff ist Holz, das auf eine Nennstärke von einem Zoll zugesägt wurde. In der modernen Praxis bedeutet das Bretter, die nach dem Hobeln und Vier-Kant-Besäumen (S4S oder surfaced four square) etwa 0,75 Zoll dick sind, oder knapp unter einem Zoll, wenn sie rau aus dem Sägewerk kommen. Der Begriff gehört zu einem älteren System der Holzklassifizierung und Nomenklatur, das heute hauptsächlich bei Altholz und Spezialholzwerken fortbesteht.
Die Ein-Zoll-Abmessung wurde im neunzehnten Jahrhundert zur Standardreferenz in der amerikanischen Zimmerei und unterschied sich von dickerem Holz (zwei-Zoll-Bohle, vier-Zoll-Konstruktionsholz) und dünnerem Material (Latten, Schindeln). Ein Inch-stuff-Brett war massiv genug für Fußböden, Wandverkleidungen und leichte bis mittelschwere Tragekonstruktionen, aber dünn genug, um mit Handwerkzeugen bearbeitet zu werden. Holzwerke sortierten frisch gesägte Bretter nach Stärke und Güte, und das Inch stuff nahm die mittlere Stufe ihrer Produktion ein.
Woher kommt die Differenz zwischen Nenngröße und Istgröße? Wenn ein Brett frisch zugesägt wird, misst es fast die Nennabmessung, aber Schwund beim Trocknen und der Materialverlust beim Hobeln verringern die endgültige Stärke. Ein Ein-Zoll-Brett könnte nach dem Hobeln auf 0,75 Zoll herauskommen; ein Zwei-Zoll-Brett auf etwa 1,5 Zoll. Dieses Muster setzt sich bei moderner Holzklassifizierung fort (wobei 2x4-Material tatsächlich 1,5 mal 3,5 Zoll ist), doch zeitgenössische Zimmerleute kennen die Umrechnung sofort. Nutzer von Inch stuff in historischer Arbeit mussten diesen Schwund manchmal selbst berücksichtigen.
Inch stuff fand seine größte Verwendung im Wohnungsbau, in feinen Schreinereien und bei Ladeneinbauten. Seine Dünne machte es wirtschaftlich für Auskleidungen und Verkleidungen; seine Stärke machte es für Fußbodenbretter und Fensterrahmen geeignet. Die Qualität schwankte stark, von fehlerfreiem, astfreiem Material für sichtbare Arbeiten bis zu gewöhnlichem Holz mit Ästen und Verfärbungen für Unterkonstruktionen, Unterböden oder grobe Rahmungen.
Der Begriff ist aus dem Handwerksjargon in englischsprachigen Ländern weitgehend verschwunden und wurde durch moderne Bezeichnungen wie "1x" (in den USA) oder "4/4-Stärke" (bei der Laubholzbearbeitung, wobei der Bruch sich auf die Stärke in Vierteln Zoll bezieht) ersetzt. Er bleibt jedoch aktuell in der Sprache von Architektur-Rettungsfirmen, Denkmalsanierung und britischer Zimmerei, wo historische Konsistenz zählt und historische Materialien beschafft oder zurückgewonnen werden.