Kriechkeller
Englisch: crawl space
Flacher, schmaler Hohlraum unter einem Gebäude oder Geschoss, der Zugang zu Rohren, Kabeln und anderen Versorgungsleitungen bietet.
Kriechraum: der untergeordnete Versorgungsgang unter Gebäuden
Ein Kriechraum ist der Abstand zwischen dem Boden und der Unterseite der ersten Etage eines Gebäudes, typischerweise zwischen 0,3 und 0,9 Metern hoch. Er dient dazu, hölzerne Balken und Bodenstrukturen vor Bodenfeuchtigkeit zu schützen und gleichzeitig Platz für Rohre, elektrische Leitungskanäle, HLK-Kanäle und Telekommunikationskabel zu bieten. Eine Person muss auf Händen und Knien durch ihn hindurchkriechen, daher der Name. Kriechräume sind häufig in Häusern und leichten Gewerbegebäuden anzutreffen, die auf Pfeilern oder kurzen Betonfundamentwänden errichtet sind, im Gegensatz zu vollständigen Kellern oder Betonplatten, die direkt auf dem Boden ausgegossen sind.
Die Unterscheidung zwischen Kriechraum-Typen hängt davon ab, ob er belüftet oder gekapselt ist. Belüftete Kriechräume haben Öffnungen in der Nähe des Fundamentumfangs, um Luftzirkulation zu ermöglichen; übliche Praxis fordert eine Öffnungsfläche von etwa 0,09 m² pro 14 m² Kriechraum, verteilt auf gegenüberliegende Seiten für Querlüftung. Gekapselte Kriechräume nutzen Polyethylenbahnen oder starre Barrieren, um den Boden zu isolieren, oft kombiniert mit einem Entfeuchter und Randabfluss, um Feuchteaufnahme zu reduzieren, die Balken faulen und Schimmel verbreiten kann.
Der Zugang erfolgt über eine Luke im Boden, typischerweise etwa 0,6 mal 0,9 Meter, manchmal größer in Industrieanlagen. Der Luke-Rahmen ist mit Dichtungsstreifen oder einer Scharnirtür abgedichtet, um Wärmeverlust und Schädlingsbefall zu begrenzen. Einige Gebäude ergänzen austauschbare Rahmen oder Sperrholz-Zugangsplatten, die in die Ringbalken selbst eingesetzt sind. Größere Anlagen können mehrere Zugangspunkte haben; Bauvorschriften schreiben normalerweise mindestens eine Öffnung mit den Mindestabmessungen 0,45 mal 0,6 Meter vor.
Probleme und Wartung
Kriechräume sammeln Feuchtigkeit aus Bodensickerwasser und Kondensation. Übersteigt die relative Luftfeuchte 60 Prozent über längere Zeit, beschleunigt sich Pilzfäule in Holzrahmen und Dämmstoffen. Stehendes Wasser, mangelnde Entwässerung oder Rohrlecks verschärfen das Problem. Ordnungsgemäße Gefällegestaltung um den Fundamentumfang und funktionierende Dachrinnen und Fallrohre leiten Wasser ab; eine Entwässerungspumpe kann in tiefen Bereichen erforderlich sein. Setzungen und seitlicher Bodendruck können auch die Fundamentwand beschädigen, die die Grenze des Kriechraums bildet.
Nagetiere und Insekten nutzen Kriechräume, da sie Unterschlupf, Dunkelheit und Nähe zu Nahrungsquellen bieten. Das Versiegeln von Durchdringungen um Rohre, Kabel und Kanäle mit Schaumdichtung oder Drahtgitter ist wesentlich. Regelmäßige Kontrolle von Versorgungsleitungen, besonders ältere gusseiserne Abflussrohre, anfällig für Wurzeleindringen und Korrosion, verhindert Ausfälle, die den Raum überfluten. Dämmstoffe in Kriechräumen müssen vor Feuchtigkeit und Schädlingen geschützt sein; geschlossenzelliger Schaum oder starre Platten sind in feuchten Bedingungen langlebiger als Glasfasermatten.