Crawl Control
Englisch: crawl control
Langsame Geschwindigkeitsregelung für Geländefahrten.
Crawl Control: Geländefahrsystem für niedrige Geschwindigkeiten
Crawl Control ist ein elektronisches System, das die Motorleistung und den Bremsendruck automatisch regelt, um beim Befahren schwieriger Geländeabschnitte eine konstant sehr niedrige Geschwindigkeit beizubehalten. Im Gegensatz zur herkömmlichen Geschwindigkeitsregelung, die auf Autobahngeschwindigkeiten ausgerichtet ist, arbeitet Crawl Control in einem Bereich von 1 bis 10 Meilen pro Stunde. Dies ermöglicht dem Fahrer, felsige Hänge, Wasserdurchfahrten oder steile Abfahrten ohne ständige Pedalbetätigung zu bewältigen. Das System entlastet beide Fahrerfüße, sodass sich der Fahrer auf Lenkung und Hindernisausweichung konzentrieren kann.
Das System nutzt Raddrehzahlsensoren aus dem Antiblockiersystem, um zu erkennen, wenn einzelne Räder durchdrehen oder die Bodenhaftung verlieren. Bei erkanntem Durchdrehen wendet das System selektiv Bremskraft auf dieses Rad an, während es die Gesamtfahrzeuggeschwindigkeit beibehält. Gleichzeitig regelt es die Drosselklappenöffnung, um einen Motorstillstand zu vermeiden und den Fahrtfortschritt zu gewährleisten. Diese koordinierte Brems- und Drosselklappenregelung ist notwendig, weil manuelle Geschwindigkeitsregelung bei diesen niedrigen Geschwindigkeiten ermüdend und ungenau ist, besonders auf unebenem Untergrund, wo Radabheben und Achsverdrehung zu plötzlichen Geschwindigkeitsänderungen führen können.
Varianten und Integration
Crawl Control existiert in verschiedenen Ausführungen je nach Fahrzeugaufbau. Einige Systeme funktionieren nur in Rückwärtsfahrt und eignen sich zur Abstiegsregelung auf steilen Gefällen. Andere arbeiten bidirektional und bieten geländespezifische Modi: Felsenklettern betont Traktion auf hartem, unregelmäßigem Untergrund; Sandmodus nutzt unterschiedliche Drosselklappenkennlinien und Bremsenschwellen; Schlammmodus akzeptiert höheres Durchdrehen der Räder, bevor das System eingreift. Das System ist mit der Traktionskontroll-Elektronik verbunden und erfordert typischerweise Schaltgetriebe-Tiefgang oder Niedriger-Gang-Verstellung, um zu funktionieren.
Das System ist am häufigsten in auf Leiterrahmen aufgebauten Sport Utility Vehicles und Pritschenwagen mit Portalachsen oder schweren Fahrwerken vorhanden. Es wird selten bei selbsttragenden Crossovern eingebaut, da deren leichtere Bauweise und niedrigere Bodenfreiheit extreme Niedrig-Geschwindigkeits-Geländefahrten unpraktisch machen. Die Aktivierung erfolgt normalerweise über einen Armaturenbrett-Schalter oder Konsolenschalter, der die Funktion nur aktiviert, wenn sich das Fahrzeug in Allradantrieb-Tiefgang befindet und unter einer Schwellengeschwindigkeit fährt, typisch etwa 5 Meilen pro Stunde.
Ausfälle von Crawl Control entstehen typischerweise durch Raddrehzahlsensor-Fehler, die Limp-Mode-Verhalten oder Systemdeaktivierung auslösen. Bremsakkumulator-Lecks oder niedriger Systemdruck deaktivieren die Funktion ebenfalls. In der Praxis ist das System am wirksamsten auf gleichmäßigem Gelände und kann bei rapiden Gefälleveränderungen oder tiefen Wasserdurchfahrten überfordert werden, wo anhaltendes starkes Reifendurchdrehen seine Korrekturleistung übersteigt.