Body in White
Englisch: body in white
Das Kabinenskelett eines Kraftfahrzeugs ohne Rahmen oder Baugruppen von vorne und hinten und unten; ohne Oberflächenbehandlung, Ausstattung, Zubehör. Diese Karosserie befindet sich in einem Stadium des Montageprozesses, bevor solche Teile angebracht werden.
Rohkarosserie: die geschweißte Schale vor Lackierung und Ausstattung.
Eine Rohkarosserie (Body in White, BiW) ist die geschweißte Stahlstruktur eines Autos oder leichten Nutzfahrzeugs in dem Moment, in dem sie die Karosseriefertigung verlässt, bevor Lackierung, Innenausstattung, Glas oder mechanische Baugruppen eingebaut werden. Sie besteht aus dem Fahrzeugboden, Türrahmen, Dachpaneel, Säulen und Seitenwänden, die durch Punktschweißungen oder Nahtschweißungen zu einer steifen Monocoque-Schale verbunden sind. In diesem Stadium ist die Struktur blankes Metall, typischerweise unlackiert, daher der Name. Die Rohkarosserie ist im Grunde das Skelett, auf das alles andere verschraubt oder geklebt wird.
Die BiW-Phase markiert einen kritischen Übergangspunkt in der Fahrzeugmontage. Sobald die geschweißte Struktur fertig und maßlich überprüft ist, läuft sie zum Lackieren weiter und geht durch das Kataphoresierbad und die Spritzboxen. Gleichzeitig kann die leere Schale mit Glas, Dichtungen und elektrischen Kabelbäumen ausgestattet werden, bevor mechanische Systeme wie Antrieb, Fahrwerk und Innenraum eingebaut werden. Dieser modulare Ansatz ermöglicht parallele Arbeitsabläufe und verkürzt die Gesamtfertigungszeit.
Maßkontrolle und Qualität
Die Präzision der Rohkarosserie bestimmt die Passung aller nachgelagerten Komponenten. Toleranzen für Türspalte, Dach-zu-Säulen-Ausrichtung und Bodenebenheit werden typischerweise auf 3 bis 5 Millimeter über die gesamte Struktur gehalten. Punktschweißabstände, Schweißkernduchmesser und Schweißanzahl sind vorgegeben; eine typische Automobilkarosserie kann 4.000 bis 6.000 Punktschweißungen enthalten. Jede Abweichung von diesen Parametern führt zu Maßabweichungen, die sich durch die Montage vervielfachen. Ultraschall- oder Laserscannsysteme überprüfen die BiW-Geometrie, bevor sie zum Lackieren weitergeht.
Der Übergang zu Aluminium-Strukturen in den letzten Jahren hat die BiW-Prozesse erheblich verändert. Aluminium-Karosserie erfordern andere Fügeverfahren: Widerstandspunktschweißung muss auf Aluminium-Eigenschaften abgestimmt werden, Klebstoffverbindungen werden oft zusammen mit Schweißungen eingesetzt, und Nieten bieten eine weitere Befestigungsoption. Stahlkarosserie bleiben im Serienumfang vorherrschend, aber Premium- und Elektrofahrzeughersteller setzen zunehmend auf Aluminium zur Gewichtsreduktion.
Der Begriff 'white' (weiß) soll vom unlackierten, walzgeborenen Aussehen frisch geschweißten Stahls stammen, wobei die genaue Herkunft umstritten ist. In einiger älteren britischen Fachliteratur erscheint der Term ab den 1970er Jahren. Heute ist er ein universeller Begriff in der Automobilherstellung in englischsprachigen Ländern und wird zunehmend auch in kontinentaleuropäischen und asiatischen Betrieben verwendet, da Englisch zur lingua franca globaler Lieferketten geworden ist.