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Elektrotechnik

DAT

Digital Audio Tape, ein digitales Datenspeicherformat auf Magnetband mit doppelter Spulenwicklung und Kassettensystem, das für digitale Audio- und Datenspeicherung verwendet wird.

DAT: kompaktes Magnetbandformat zwischen Audio- und Datenspeicherung

Digital Audio Tape (DAT) ist ein in den 1980er Jahren entwickeltes kassettengestütztes Magnetspeichermedium, das Audio oder Daten in digitaler Form mit hoher Packungsdichte aufzeichnet. Das Format nutzt eine kleine Cartridge von etwa 73 mm Länge mit 120 oder 180 Metern 3,81 mm breitem Magnetband, das auf zwei Spulen aufgewickelt ist. Die Daten werden schraubenförmig über das Band in Winkeln von etwa 6 Grad geschrieben, ähnlich der Aufzeichnung in VHS-Camcordern, was eine viel höhere Speicherdichte als lineare Formate ermöglicht. Eine einzelne DAT-Cartridge speichert typischerweise 2,6 Gigabyte Daten oder bis zu vier Stunden CD-Qualitäts-Audio bei 16-Bit, 48-kHz-Abtastung.

In der professionellen Audioproduktion wurden DAT-Maschinen in den 1990er und frühen 2000er Jahren zum Standard für Mastering und Feldaufnahmen. Das Format bot transparente Soundqualität, geringe Größe, zuverlässige mechanische Funktion und Random-Access-Fähigkeit, die es gegenüber Analogbändern für anspruchsvolle Arbeiten weit überlegen machte. Tontechniker nutzten DAT für finale Abmischungen, Archivierung und Rundfunkbeiträge. Anders als die Kompaktkassette integrierte DAT Fehlerkorrektur mittels Reed-Solomon-Code, Crossfading zwischen Datenblöcken und Metadaten-Aufzeichnung, was es für hochwertige Anwendungen mit hohen Zuverlässigkeitsanforderungen wirklich tauglich machte.

Datenspeicherung und IT-Einsatz

In Rechenzentren und Backup-Systemen fanden DAT-Cartridges eine Nische für Speicherung im mittleren Bereich. Die DDS-Varianten (Digital Data Storage), die identische DAT-Hardware nutzten, boten Kapazitäten von 1 GB bis 40 GB je nach Generation. DAT-gestützte Sicherung war besonders in kleinen und mittleren Unternehmen während der 1990er Jahre verbreitet, bevor Festplattentechnologie und später LTO-Bänder den Markt übernahmen. Der Vorteil des Formats war Zuverlässigkeit: DAT hatte eine mittlere Betriebsdauer zwischen Ausfällen von 10.000 bis 20.000 Stunden, und sachgemäß gelagerte Cartridges blieben jahrzehntelang lesbar ohne die Bitrot-Probleme, die frühe optische Medien plagten.

Mechanischer Verschleiß und Kopf-Degradation sind die primären Ausfallmechanismen bei DAT-Geräten. Der Transportmechanismus nutzt Gummi-Andruckrollen und Capstan-Baugruppen, die schließlich aushärten und durchrutschen, was zu Geschwindigkeitsinstabilität und Signalaussetzern führt. Bandführungen und die rotierende Magnetkopfbaugruppe sind Präzisionsteile; Verschmutzung durch Staub oder abgelöste Oxidpartikel können Kopfverstopfung und Bandschaden verursachen. Der Doppel-Spulenmechanismus ist zwar robust, kann aber Federermüdung entwickeln, die richtige Bandspannung verhindert.

DAT ist nun in Audio und Datenspeicherung weitgehend obsolet. Solid-State-Drives beendeten die wirtschaftliche Lebensdauer von Magnetband-Backup für den meisten kommerziellen Einsatz, während Audiofachleute zu Festplattenstationen und später zu Solid-State-Recordern wechselten. Gebrauchte DAT-Maschinen und Cartridges sind noch erhältlich, und eine kleine Gemeinschaft von Archivaren und Restaurierungstechnikern betreibt weiterhin DAT-Geräte zur Wiederherstellung von Legacy-Aufnahmen und Daten, auf die über moderne Formate nicht zugegriffen werden kann. Der Name spiegelt die Kerninnovation wider: Audio oder Daten in digitaler Form statt analog aufzuzeichnen und dies auf Band statt auf damals teuerer Solid-State- oder optischer Speichermedien zu tun.

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