Datensatz
Englisch: data set
Ein Modem, das Geräte wie Fernschreiber mit einem normalen Telefon verbindet.
Datensatz: Modem zum Anschluss von Fernschreibern an Telefonleitungen
Ein Datensatz ist ein Modem oder Modulator-Demodulator, das dazu dient, Fernschreiber und ähnliche diskrete Geräte an das Telefonnetz anzuschließen. Es wandelt digitale Signale vom sendenden Terminal in Audiotöne um, die über eine Telefonleitung übertragen werden können, und setzt eingehende Töne am Empfänger wieder in digitale Impulse zurück. Der Begriff entstand in den 1960er Jahren, als Telefongesellschaften, insbesondere Bell System, standardisierte Geräte benötigten, um die Kluft zwischen digitalen Büromaschinen und analoger Sprachinfrastruktur zu überbrücken.
Der typische Datensatz dieser Zeit arbeitete mit Geschwindigkeiten zwischen 300 und 1200 Bit pro Sekunde, wobei Bell 103 und Bell 212A zu Industriestandards in Nordamerika wurden. Das Gerät saß zwischen Terminal und Telefonhörer, normalerweise in einer kleinen Box mit Statusleuchten und akustischen Kopplern oder direkten Telefonleitungsanschlüssen. Die interne Schaltung handhabte die Frequenzumtastung (FSK) oder Phasenumtastung (PSK) Modulation, die erforderlich war, um Binärdaten als Audiofrequenzen zu kodieren, die die begrenzte Bandbreite von Sprachtelefon leitungen überstehen konnten.
Datensätze führten zu praktischen Problemen, die allen vertraut sind, die mit frühen digitalen Kommunikationssystemen arbeiteten. Leitungsrauschen verursachte Bitfehler, besonders bei längeren Verbindungen. Handshake-Protokolle mussten Verbindungen aufbauen und sich auf Übertragungsgeschwindigkeit einigen, bevor Daten fließen konnten. Die Ausrüstung war empfindlich gegenüber Telefonleitungsimpedanz, und akustische Koppler litten besonders unter Umgebungslärm und mechanischen Vibrationen. Bediener mussten oft manuell wählen, auf einen Trägerton warten und den Hörer physisch in Gummimuscheln einstellen.
Der Name spiegelt die Terminologie der Ära wider: das Telefonnetz selbst wurde von Ausrüstungsherstellern als Datennetz bezeichnet, und ein Datensatz war daher der Apparat, der Daten für dieses Netz aufbereitete. Telefongesellschaften bevorzugten diese Nomenklatur gegenüber Modem aus Gründen der Regulierung und Verträge. Der Begriff blieb in Dokumenten der nordamerikanischen Telefonindustrie bis weit in die 1980er Jahre hinein erhalten, obwohl schnellere Geräte und direkte digitale Verbindungen ihn überflüssig machten.
Datensätze gehören zu einer Reihe, die auch das akustische Modem, das synchrone Modem und schließlich die Einwahl modeme der Personal-Computer-Ära umfasst. Sie stellen eine Übergangstechnologie dar, die ein echtes Ingenieurproblem durch Umwandlung zwischen inkompatiblen Bereichen löste, aber überflüssig wurde, sobald digitale Telefonsysteme und Datennetze zur Standard infrastruktur wurden.