PCS
Abkürzung für Personal Communication System; ein Mobilfunksystem.
PCS: mobiles Funktelefon für Sprache und Daten im 1,9-GHz-Band
Ein Personal Communication System ist ein digitales Mobilfunknetz, das im Frequenzband 1,9 Gigahertz arbeitet und Sprachanrufe, Kurznachrichten und Paketdaten über ein Stadtgebiet oder eine Region übertragen kann. PCS entstand in Nordamerika in den 1990er Jahren als Mobilfunkplattform der zweiten Generation und konkurrierte mit den älteren 800-MHz-Analogsystemen, die es schließlich ergänzte. Anders als die früheren Netze verwendeten PCS-Systeme von Anfang an digitale Modulation, was eine höhere Spektraleffizienz und bessere Integration mit Datendiensten ermöglichte.
Die technische Architektur eines PCS-Netzes besteht aus Basisstationen, die je nach Terrain und Sendeleistung eine Fläche von ungefähr 1 bis 10 Kilometern abdecken und mit Vermittlungszentralen und einem Gateway zum öffentlichen Telefonnetz verbunden sind. Mobilgeräte senden und empfangen auf Frequenzpaaren: das Sendband des Benutzers und ein separates Empfangsband, um Störungen zu vermeiden. Der Stromverbrauch war ein großes Problem; frühe PCS-Telefone zogen im Sprechbetrieb 0,6 bis 1,2 Watt, was die Akkulaufzeit gegenüber den Erwartungen der Ingenieure begrenzte.
Standards und regionale Unterschiede
In Nordamerika folgte PCS typischerweise den TDMA- (Time Division Multiple Access) oder CDMA- (Code Division Multiple Access) Funkschnittstellen-Standards, wobei CDMA später den dominanten Marktanteil gewann. Verschiedene Regionen ordneten das PCS-Spektrum unterschiedlich zu: Breitband-PCS in den USA umfasste 1.850 bis 1.990 MHz und war in die Blöcke A, B, C, D, E und F aufgeteilt, die an verschiedene Betreiber vergeben wurden. Andere Länder wählten ganz andere Frequenzbereiche und Standards, sodass PCS als Begriff bis zu den 2000er Jahren primär eine nordamerikanische Bezeichnung blieb.
Die wichtigsten technischen Herausforderungen beim PCS-Ausbau konzentrierten sich auf den Handover zwischen Zellen während der Bewegung eines Mobilnutzers, die Kontrolle von Störungen in dicht bebauten Stadtgebieten und die Erreichung akzeptabler Sprachqualität bei höheren Datenraten (9,6 kbps oder höher). Der Akkuverbrauch war hartnäckig; frühe PCS-Handgeräte hielten im Sprechbetrieb 3 bis 4 Stunden. Netzbetreiber mussten die Sendeleistungspegel und den Abstand zwischen Basisstationen sorgfältig abstimmen, um tote Zonen oder übermäßige Interferenzen auf gleichen Kanälen zu vermeiden.
PCS wurde schließlich in die breitere Kategorie der 2G- und 3G-Mobilfunksysteme integriert; der Begriff ist heute in Nordamerika weitgehend historisch, erscheint aber in älteren Dokumentationen, Geräteangaben und Regulierungsunterlagen aus den 1990er und 2000er Jahren. Das Verständnis von PCS ist nützlich beim Wartung oder Stilllegung älterer Mobilfunkinfrastruktur, beim Zurückverfolgen von Spektrumzuteilungskonflikten oder beim Lesen von Telekommunikations-Engineeringdokumenten aus dieser Zeit.