DOD
Abkürzung für Displacement-on-Demand; Motortyp, der Zylinder bei Bedarf abschalten kann.
DOD: Zylinder abschalten zum Spritsparen
Displacement-on-Demand (DOD) ist ein Variodrehzahlsystem, das einzelne Zylinder bei gleichmäßiger Fahrt oder leichter Last abschaltet und so den Kraftstoffverbrauch durch Reduktion der Verbrennung und Pumpverluste in diesen Zylindern senkt. Bei erhöhtem Bedarf trennt sich ein elektromagnetisch betätigtes Sperrventil im Ventilstößel ab und reaktiviert den Vollbetrieb. Chrysler, General Motors und Honda haben DOD seit Mitte der 2000er Jahre auf V8- und V6-Motoren eingesetzt und erzielen dabei typischerweise 5 bis 15 Prozent Verbrauchsersparnis in Autobahnzyklen.
Das System arbeitet durch Öldruck in der Ventilstößel-Baugruppe. Bei Abschaltung wird die Ölzufuhr zum Sperrventil unterbrochen, der Schlepphebel am abgeschalteten Zylinder öffnet dann weder Ein- noch Auslassventile, sodass der Kolben zwar noch läuft, aber keine Ladung ansaugt und nichts ausstößt. Der Motor-Computer steuert den Übergang nahtlos, normalerweise bei geraden Zylindern (2, 4, 6, 8) oder in Mustern, die die Kurbelwellenbilanz halten. Die Reaktivierung erfolgt in weniger als 50 Millisekunden, wenn der Drosselklappenbedarf oder die Motordrehzahl die Schwelle überschreitet.
Haltbarkeitsprobleme traten bei frühen Ausführungen auf. Ölschlamm-Ablagerungen können die Sperrventile festsetzen und eine Reaktivierung verhindern oder zum Klappern führen. Ablagerungsbildung in abgeschalteten Zylindern und Kohlenstoffaufbau an den Leerlauf-Ventilen haben Zündaussetzer und Fehlercodes verursacht. Spätere Generationen erhielten stärkere Filterung, verbesserte Kurbelgehäuseentlüftung und präzisere Ölwannen-Heizer-Regelung, um diese Probleme zu mindern. Einige Besitzer berichten, dass Kohlenstoff-Reinigung bei 80.000 bis 100.000 Kilometer notwendig wurde.
DOD konkurriert mit Zylinderabschalt-Systemen anderer Hersteller und mit vollständiger variabler Ventilsteuerung (VVT), die sanftere Effizienzgewinne bietet, aber geringere Verbrauchsschwankungen erreicht. Turboaufladung und Direkteinspritzung haben DOD auf neueren Plattformen teilweise verdrängt, da sie ähnliche Effizienz durch andere Mechanismen erreichen. DOD bleibt aber verbreitet bei großvolumigen Saugmotoren als V8 und V6, wo Einfachheit und Kosten ihre Anwendung gegenüber komplexeren hydraulischen oder elektromagnetischen Lösungen begünstigen.