Wetterschacht
Englisch: downcast
Ein Lüftungsschacht, durch den Luft bei der Zirkulation durch ein Bergwerk nach unten führt.
Wetterschacht: der Schacht, durch den Frischluft in das Grubengebäude gedrückt wird
Ein Wetterschacht ist ein senkrechter oder nahezu senkrechter Schacht, durch den Frischluft in die Grubenbaue gedrückt oder gezogen wird und zur aktiven Bewetterung gehört. Er arbeitet zusammen mit einem Wetterschacht (Abzugsschacht), der verbrauchte oder erhitzte Luft wieder an die Oberfläche führt. Ohne diese Paarung werden Gruben innerhalb weniger Stunden lebensgefährlich: der Sauerstoff wird knapp, Kohlendioxid und Methan sammeln sich an, und die Wärme staut sich unkontrolliert. Der Wetterschacht ist das Einatemventil der Lunge.
Die meisten Wetterschächte funktionieren passiv und nutzen die natürliche Konvektion, wenn der Abzugsschacht wärmer ist als der Zugsschacht. In vielen modernen Gruben werden jedoch mechanische Lüfter an der Oberfläche eingebaut, um die Luft gezielt nach unten zu drücken. Die Luftmengen können riesig sein: Eine große Kohlemine kann allein durch ihren Wetterschacht etwa 500.000 Kubikmeter Luft pro Stunde umwälzen. Der Schacht selbst wird normalerweise mit Holz oder Beton ausgekleidet, um Wandbruch zu vermeiden und den Luftstrom zu führen, wobei es auch unausgekleidete Abschnitte in stabilem Gestein gibt.
Lage im Bergwerk und praktische Grenzen
Der Wetterschacht liegt üblicherweise entfernt vom Abzugsschacht, um Kurzschluss der Luftströmung zu vermeiden, bei dem sich Frisch- und Abluft oberflächennah sinnlos vermischen würden. Entfernung und Höhendifferenz sind wichtig: Ein 300 Meter tiefer Wetterschacht schafft mehr natürlichen Zug als einer mit 100 Metern Tiefe, wenn alles andere gleich ist. In tiefen Erzgruben kann der Wetterschacht durch Staub oder Feuchte verunreinigt werden, daher können Absetzräume oder Sprühkühler vorgeschaltet sein, bevor die Luft die Arbeitsstellen erreicht.
Der Begriff Wetterschacht findet sich in Grubenurkunden seit mindestens dem 18. Jahrhundert, als Kohlegruben erstmals technisch durchlüftete werden mussten. Er wird in Betriebsvorschriften und Sicherheitsrichtlinien oft mit dem Abzugsschacht genannt, und zusammen bilden diese beiden die Grundlage der Grubenersicherung weltweit. Mangelnde Instandhaltung des Wetterschachts, Verstopfungen oder unzureichende Leistung haben bereits zu Explosionen und Erstickungsunfällen geführt. Die regelmäßige Überprüfung des Wetterschachts ist Routineaufgabe in jeder betriebsamen Grube.