Anguss
Englisch: downsprue
Synonym für Anguss (ein Kanal, durch den Schmelzflüssigkeit beim Gießen in die Form eingeleitet wird).
Speiser: der Hauptvertikalkanal im Formwerkzeug
Ein Speiser ist der Hauptvertikalkanal, der in ein Formwerkzeug gegossen wird und geschmolzenes Metall aus dem Gießtrichter direkt nach unten zu den darunter liegenden Hohlräumen leitet. Er fungiert als primäre Verbindung zwischen der Formoberfläche und den Einläufen, die das Metall in einzelne Gießhohlräume verteilen. Bei einer zweiteiligen Form verläuft der Speiser typischerweise durch die Oberkiste (obere Hälfte) und wird nach unten hin leicht breiter, um den natürlichen Fließwiderstand des Metalls auszugleichen und Turbulenzen sowie Lufteinschlüsse zu minimieren.
Die Geometrie des Speisers ist entscheidend für die Gießqualität. Ein gut konstruierter Speiser verjüngt sich gleichmäßig von oben nach unten, mit einem Durchmesser zwischen 0,5 und 2 Zoll je nach Größe des Gussstücks und des verarbeiteten Metalls. Der Kanal muss glatte Oberflächen haben und frei von scharfen Kanten sein, die Verwirbelungen verursachen oder den Metallfluss bremsen könnten. Wenn der Speiser zu eng ist, erstarrt das Metall vor Erreichen der Einläufe; wenn er zu breit ist, entstehen übermäßige Turbulenzen und Gasaufnahme. Die Tiefe des Speisers bestimmt den hydrostatischen Druck, der zur Füllung dünner Gussbereiche zur Verfügung steht.
Nach dem Erkalten und Erstarren des Gussstücks bleibt der Speiser als feste Zugabe am fertigen Gussstück haften und muss entfernt werden. Dies geschieht durch Sägen, Schleifen oder Abbrechen an der Trennfuge, abhängig von Größe des Gussstücks und Material des Formwerkzeugs. Der Speiser und die Einläufe zusammen werden Speisesystem genannt, und ihre Gesamtmasse muss bei der Planung des Materialflusses und der Erstarrungsgeschwindigkeit berücksichtigt werden.
Verschiedene Gießverfahren verwenden Speiser mit unterschiedlicher Komplexität. Bei Sandformguss wird der Speiser durch ein Modellstück erzeugt und existiert nur für dieses eine Gussstück. Bei Dauerform- und Druckguss ist der Speiser in das Formwerkzeug gefräst und muss wiederholten Wärmewechseln standhalten. Feinguss nutzt oft ein Wachsmuster mit Speiser, das zusammen mit dem ganzen Baum ausschmilzt und eine Keramikhohlform hinterlässt.
Der Begriff "Speiser" unterscheidet diesen Primärkanal von den Läufern und Seitenspeisern, die zu einzelnen Hohlräumen führen. Ältere Texte und europäische Quellen verwenden "Speiser" allein für dieses Element, während "Speiser" in der nordamerikanischen metallurgischen Praxis zum Standard geworden ist, um Verwechslungen mit der gesamten Speiseanlage zu vermeiden. Der Speiser, die Läufer und die Einläufe bilden zusammen das "Speisesystem", das so ausgelegt werden muss, dass das Gussstück vollständig gefüllt wird und sich richtig erstarrt.