Zugkraft
Englisch: draft
Die Zugspannung in den Kupplungselementen und der Kupplungsvorrichtung beim Lockern oder Dehnen.
Entwurf: Zugspannung, die Güterwagen verbunden hält
Der Entwurf ist die Längszugkraft, die durch das Kupplungssystem eines Zuges übertragen wird, wenn die Wagen auseinandergezogen oder gedehnt werden. Während des Betriebs entstehen natürlicherweise Lücken zwischen gekuppelten Wagen durch Beschleunigung, Bremsung und Höhenänderungen. Wenn diese Lücken aufgezogen werden, nimmt das Zuggerät, also die mechanische Dämpfungsvorrichtung in oder hinter der Kupplung, die Zugkraft auf und überträgt sie. Diese Spannung hält den Zug als Einheit zusammen, anstatt den Wagen zu ermöglichen, sich zu trennen.
Die Größe des Entwurfs hängt vom Zuggewicht, der Zugkraft der Lokomotive und dem Streckensteigungswinkel ab. Ein Güterzug auf ebener Strecke kann beim normalen Betrieb Entwurfskräfte im Bereich von mehreren hundert Pfund pro Wagen erfahren, aber Bergstrecken oder eine Notbremsung können diese erheblich erhöhen. Das Zuggerät ist konstruiert, um diese Kräfte durch Federn und Reibungselemente zu bewältigen, die sich beim Zugfahren zusammendrücken und ausdehnen. Ältere Wagen verwendeten Reibungszuggeräte mit Bronze- oder Gusseisen-Reibungskeilen; moderne Ausrüstung nutzt typischerweise hydraulische oder Feder-Reibungshybride für eine gleichmäßigere Leistung über Temperaturbereiche hinweg.
Der Kopplungszyklus zwischen Entwurf und Lücke ist grundlegend für die Zug-Dynamik. Wenn eine Lokomotive von einer Haltestelle beschleunigt, bewegen sich Kupplungen vorwärts, aber Wagen bleiben leicht zurück und schaffen Lücken. Die Lokomotive zieht weiter, bis alle Lücken aufgezogen sind und der Entwurf beginnt; in diesem Moment übertragen sich Stoßlasten durch den Zug. Umgekehrt neigen Wagen dazu, aufzurücken und sich aneinanderzuschieben, wenn die Lokomotive langsamer wird oder bremst. Ein erfahrener Lokomotivführer steuert Gas und Bremse so, dass diese Stoßlasten minimiert werden und so Verschleiß an Kupplungen, Zuggeräten und Wagenkonstruktionen verringert wird.
Übermäßiger Entwurf deutet auf ernsthafte Probleme hin. Wenn die Entwurfskräfte die Auslegungsvorgabe der Kupplung oder des Zuggeräts überschreiten, kann die Baugruppe brechen oder der Wagen entgleisen. Abgenutztes Zuggerät verliert seine Dämpfungsfähigkeit, sodass volle Stoßlasten direkt auf den Kupplungsknackpunkt übertragen werden und seine Lebensdauer drastisch verkürzen. Inspektoren überprüfen die Funktion des Zuggeräts, indem sie beobachten, wie frei sich die Kupplung bewegt, und indem sie Verformungen, Flüssigkeitslecks oder gebrochene Federn notieren, wenn der Zug stillsteht.
Der Begriff 'Entwurf' selbst stammt vom Verb 'entwerfen', was bedeutet, zu ziehen oder zu dehnen. In der Bahnterminologie bezieht er sich speziell auf diesen Zustand der Zugspannung, unterschiedlich von 'Druck'-Kräften, also Verdichtung durch Wagen, die sich gegenseitig drücken. Sowohl Entwurf als auch Druckspannungen werden durch das Kopplungs- und Zuggerat-System als grundlegende Aspekte der Aufrechterhaltung der mechanischen Integrität eines Zuges während des gesamten Betriebszyklus bewältigt.